US-Fluggesellschaft Alaska Airlines führt genderneutrale Uniformen ein

Mehr Freiheit bei Tattoos und Frisuren sowie Buttons für die erwünschte Anrede: Alaska Airlines überarbeitet seinen Dresscode. Nach Protesten legt sich die US-Fluggesellschaft jetzt außerdem genderneutrale Kleidung zu.
Maschine von Alaska Airlines: Neue Uniformentwürfe von Designerin Luly Yang

Maschine von Alaska Airlines: Neue Uniformentwürfe von Designerin Luly Yang

Foto: Alaska Airlines

Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter zählen zu den Personengruppen, die sich in ihrem Beruf in Firmenkleidung zwängen müssen. Das, was der Arbeitgeber vorgibt, entspricht jedoch längst nicht immer dem eigenen Geschmack oder der eigenen Identität.

Die US-Fluggesellschaft Alaska Airlines hält zwar weiterhin an den Uniformen für ihre Crews und ihr Bodenpersonal fest, will aber »mehr Freiheit und Flexibilität bei der individuellen und geschlechtsspezifischen Gestaltung« ermöglichen – und hat nun genderneutrale Richtlinien für den Dresscode für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter erlassen . Entsprechende Uniformentwürfe will das Unternehmen mit der Designerin Luly Yang aus Seattle entwickeln.

Anstecker mit Hinweis auf Pronomen

Wie der Sender CNN berichtete , erfolgte der Schritt jedoch erst, nachdem vergangenes Jahr ein Mitarbeiter beklagt hatte, dass die bisherigen Richtlinien queere Beschäftigte diskriminierten. Es sei von den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern verlangt worden, sich entweder für das Herren- oder das Damenoutfit zu entscheiden – verbunden mit strengen Vorgaben in Sachen Frisur, Schmuck und Make-up.

Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union hatte damals bemängelt, die Vorgaben der Airline verstießen gegen Antidiskriminierungsgesetze. Ein Flugbegleiter und Ausbilder wurde von ihr damals mit den Worten zitiert, er wolle »nicht in eine binäre Uniform gezwungen werden, die mich ausschließt und dazu führt, dass ich bei der Arbeit falsch geschlechtlich eingeordnet werde«.

Solch eine Zwickmühle könnte nach den neuen Uniformvorschriften nun der Vergangenheit angehören – auch Tätowierungen und Piercings sollen in größerem Umfang erlaubt sein. Mithilfe von Anstecknadeln sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem einen Hinweis auf die Pronomen geben können, mit denen sie angesprochen werden möchten.

Solch eine Liberalisierung war vor Jahrzehnten noch undenkbar. Die früher Stewardessen genannten Flugbegleiterinnen – lange fast ausschließlich Frauen – wurden von den Fluggesellschaften jahrzehntelang zum Sexobjekt stilisiert, das die Kundschaft zum Fliegen animieren sollte. Sie durften nicht heiraten und mussten oftmals mit Mitte 30 aus dem Beruf aussteigen .

apr