Tsunamiwarnung Schweres Erdbeben erschüttert Alaska

Der US-Bundesstaat Alaska ist von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Bei dem Erdstoß nahe Anchorage barsten Fensterscheiben, Strom und Kommunikation fielen aus.

Erdbeben in Alaska
USGS/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Erdbeben in Alaska


Ein starkes Erdbeben hat den Süden des US-Bundesstaats Alaska erschüttert und in der Großstadt Anchorage Gebäude erzittern lassen. Die Behörden gaben vorsorglich eine Tsunamiwarnung für einige Teile der Südküste heraus, die aber wieder aufgehoben werden konnte. Die Polizei hatte die Bewohner der Kodiak-Inseln vor der Küste zwischenzeitlich dazu auf gerufen, sich in höher gelegene Gebiete zu bewegen.

Laut einem Bericht der Zeitung "Anchorage Daily News" erschütterte das Beben Gebäude in der Stadt heftig. Über Opfer war zunächst nichts bekannt.

Auf Fernsehaufnahmen waren geborstene Fensterscheiben zu sehen. Es gab Berichte über Stromausfälle und Schäden an der Kommunikationsinfrastruktur. Die Behörden sagten für die mehr als hundert Schulen im Bezirk Anchorage den Unterricht ab, offizielle Einrichtungen des Bundesstaats blieben geschlossen. Der Betrieb des Flughafens wurde eingestellt, da der Tower evakuiert werden musste und die Telefonverbindungen zeitweise unterbrochen waren. Es gebe "erhebliche Infrastrukturschäden", meldete die Polizei. "Viele Häuser und Gebäude sind beschädigt. Viele Straßen und Brücken sind geschlossen."

Vom Erdbeben zerstörte Straße nahe Anchorage
REUTERS

Vom Erdbeben zerstörte Straße nahe Anchorage

Auch der Ölfluss durch die 1300 Kilometer lange Trans-Alaska-Pipeline wurde gestoppt; sie werde jetzt auf Schäden inspiziert, sagte eine Sprecherin des Betreibers.

Stark betroffen ist auch die Bahn in Alaska: Weil man derzeit nicht sagen könne, wie der Zustand der Gleise sei, habe man den Betrieb bis auf weiteres eingestellt, sagte Alaska Railroad. Die Betriebszentrale sei zudem schwer beschädigt und derzeit nicht einsatzbereit. Den Zustand aller Gleise zu überprüfen, werde wohl zwei Tage dauern; solange dürfe kein Zug fahren.

Gouverneur Bill Walker gab wenig später via Twitter bekannt, das er den Katastrophen-Notstand ausgerufen habe:

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens mit 6,6 an, der US-Wetterdienst sprach von 7,0. Das Zentrum des Bebens wurde laut USGS rund zwölf Kilometer nördlich von Anchorage registriert. Es ereignete sich demnach in 43 Kilometer Tiefe.

apr/oka/dpa/AP



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