Weltweite Solidaritätsaktion Kirchen läuten für die Leidenden von Aleppo

Jeden Tag sterben in Aleppo Kinder, Frauen, Familienväter. Eine finnische Kirchengemeinde lässt nun jeden Tag die Glocken für die Opfer erklingen. Inzwischen machen Hunderte Gotteshäuser mit - weltweit.

Kallio-Kirche in Helsinki
REUTERS

Kallio-Kirche in Helsinki


Die Nachrichten aus Syrien sind erschütternd: Seit etwa einem Monat bombardieren syrische und russische Verbände den Osten Aleppos, laut Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon wurden dabei fast 500 Menschen getötet und rund 2000 verletzt - mehr als ein Viertel der Todesopfer seien Kinder.

Eine Kirchengemeinde in Helsinki will dieses Grauen nicht mehr ertragen - und hat eine Aktion mit erstaunlichem Echo ins Leben gerufen: Jeden Tag läuten die Totenglocken der lutherischen Gemeinde im Stadtteil Kallio der finnischen Hauptstadt, um der in Aleppo getöteten Zivilisten zu gedenken - und inzwischen beteiligen sich Hunderte Kirchen auf der ganzen Welt an der Aktion.

"Hoffnung geben für eine bessere Zukunft"

Am 12. Oktober um 5 Uhr morgens ertönte das Geläut in Helsinki erstmals für Aleppo, seitdem hat sich die Zahl der teilnehmenden Gemeinden im Eiltempo erhöht: Über eine Homepage der lutherischen Kirche in Finnland und den Facebook-Account der Aktion verbreitete sich die Solidaritätsaktion erst in Finnland, dann in Europa - und schließlich auf dem ganzen Globus.

Der Seite zufolge beteiligen sich inzwischen etwa 500 Kirchen aus 20 Ländern - darunter Großbritannien, Australien und die USA. "Am Anfang habe ich nur ein paar Gemeinden hier vor Ort gefragt, ob sie mitmachen", sagte Gemeindevikar Teemu Laajasalo der Nachrichtenagentur Reuters.

"Wir alle sehen die verheerenden Ereignisse in Aleppo, aber gleichzeitig fühlen wir uns hilflos aufgrund der komplexen Situation dort", sagte Laajasalo. "Mit den Glocken wollen wir unsere Stimme hörbar machen - und Hoffnung geben für eine bessere Zukunft."

Die Glocken sollen noch bis Sonntag täglich läuten, dem Tag der Vereinten Nationen. Das Sterben in Aleppo wird wohl noch lange weitergehen.

mxw/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.