Besäufnisse in der Öffentlichkeit Städte wollen gegen Alkoholexzesse kämpfen

"Erhebliche Störungen" durch Saufgelage in der Öffentlichkeit beklagt Gerd Landsberg, der Chef des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Im Interview mit den "Ruhr Nachrichten" fordert er ein entschlosseneres Vorgehen gegen solche Alkoholexzesse.
Trinker mit leeren Bierflaschen (Archiv): "Keine Spaßbremsen"

Trinker mit leeren Bierflaschen (Archiv): "Keine Spaßbremsen"

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Dortmund - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert ein härteres Vorgehen gegen Alkoholexzesse in der Öffentlichkeit. Sein Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Dortmunder "Ruhr Nachrichten": "Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, der Alkoholkonsum im Freien zunimmt und die Stimmung noch durch Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft angeheizt wird, kommt es in den Städten immer wieder zu erheblichen Störungen."

Durch Verordnungen könne festgelegt werden, dass auf bestimmten öffentlichen Flächen zu bestimmten Zeiten kein Alkohol getrunken werden dürfe. Voraussetzung sei, dass eine abstrakte Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung besteht. "Städte und Gemeinden sind keine Spaßbremsen, aber im Interesse der Bürgerinnen und Bürger müssen sie die notwendigen rechtlichen Instrumentarien erhalten, um exzessiven Entwicklungen - auch durch übermäßigen Alkoholkonsum - frühzeitig begegnen zu können", sagte Landsberg der Zeitung.

In Baden-Württemberg hatte erst kürzlich ein Expertengremium Maßnahmen vorgeschlagen, um öffentliche Saufgelage einzudämmen. Konsumverbote gehörten jedoch ausdrücklich nicht dazu , wie unter anderem die "Badische Zeitung" meldete. Diese seien politisch nicht durchsetzbar. Die Kommunen hätten zuvor gefordert, das Polizeigesetz zu ändern, damit begrenzte Alkoholverbote ausgesprochen werden können.

rls/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.