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22. Juli 2019, 14:44 Uhr

"Jeder ist eingeladen, zu spenden"

Amanda Knox sammelt Geld für ihre Hochzeit

Durch einen Mordfall in Italien wurde Amanda Knox bekannt. Nun will die 32-Jährige heiraten - und sammelt Spenden für das Fest. Geldgeber sollen im Gegenzug ein Buch mit Liebesgedichten bekommen.

Requisiten, Kostüme und Spezialeffekte - die Hochzeit von Amanda Knox, die einst in Italien des Mordes an einer britischen Studentin beschuldigt wurde, soll offenbar alles andere als konventionell werden. Auch für die Finanzierung hat sie sich mit ihrem Verlobten Christopher Robinson etwas überlegt: Auf einer dafür erstellten Website bittet das Paar um Spenden für die Party.

"Wir brauchen nicht noch mehr Zeug", schreiben die beiden. "Wir brauchen Hilfe, um die beste Feier für unsere Familie und Freunde zu organisieren."

Offenbar soll die Hochzeitsfeier in einer außergewöhnlichen Szenerie stattfinden. Bereits den Antrag im November vergangenen Jahres inszenierte Robinson als Alien-Invasion. Die Website mit dem Spendenaufruf ist ebenfalls in dem Weltall-Thema gehalten. Für ihre Hochzeit kann nun für die zum Motto passende Location, Dekoration, aber auch für Spiele und Rätsel gespendet werden.

Auf ihrem Instagram-Account kündigte die 32-jährige Knox die Aktion an und verwies auf die Website.

Der Aufruf richtet sich aber nicht nur an die Gäste des Paares: "Jeder ist eingeladen, zu spenden", schreiben sie. Auf der Website sind Beträge zwischen 25 und 10.000 Dollar vorgegeben. Jeder, der ihnen Geld sende, erhalte ein signiertes Exemplar eines Buches mit Liebesgedichten, die Knox und Robinson geschrieben hätten.

Den Grund für die Spendenaktion nennen Knox und Robinson auf der Website ebenfalls: Seine Ersparnisse hätte das Paar bereits für ihre Reise nach Italien ausgegeben. Dort war Knox Stargast beim "festivalgiustiziapenale" in Modena, einer Veranstaltung der Strafkammer der Stadt und dem "Italy Innocence Project" der Universität Rom, das unschuldig Verurteilten helfen soll.

Knox wurde durch einen Mordfall in Italien bekannt. Im Dezember 2009 verurteilte ein italienisches Gericht sie für den Mord an ihrer Mitbewohnerin Meredith Kercher.

Kercher war im November 2007 vergewaltigt und halbnackt mit durchschnittener Kehle gefunden worden. Knox verbrachte vier Jahre in einem italienischen Gefängnis, ehe ein Berufungsgericht sie freisprach. Ein drittes Urteil sprach Amanda Knox 2014 schuldig, in letzter Instanz wurde sie 2015 freigesprochen. Das Gericht wirft den Ermittlern eklatante Fehler vor.

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