Merkel stellt Pandapaar vor "Zwei sehr sympathische Diplomaten"

Berlin hat zwei neue Bären: Jiao Qing und Meng Meng sind zwei Pandas aus China - Kanzlerin Merkel nahm sie vom chinesischen Präsidenten Xi in Empfang.


Im Zeichen deutsch-chinesischer Diplomatie ist im Berliner Zoo die neue Anlage für zwei Riesenpandas eröffnet worden. "Berliner haben ein ganz besonderes Verhältnis zu Bären und ein ganz besonderes Herz für sie", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung.

Die beiden Pandas seien "zwei sehr sympathische Diplomaten. Ich denke, Jiao Qing und Meng Meng werden Sonderbotschafter unserer beiden Länder sein", sagte die Kanzlerin. Das Ereignis stehe symbolisch für die Freundschaft zwischen Deutschland und China.

Zahlreiche geladene Gäste verfolgten die Zeremonie. Derweil reagierten die beiden Pandas wie alteingesessene Berliner auf den hohen Besuch - gelassen. Als der Vorhang zum Innengehege fiel, saßen beide Bären jeweils auf einer Bank dicht vor der Glaswand und kauten Bambus.

Merkel und der chinesische Präsident Xi Jinping besichtigten gemeinsam die zehn Millionen Euro teure Anlage inmitten des traditionsreichen Zoos. Die Tiere sollten eigentlich im weitläufigen Außengehege präsentiert werden. Das Unwetter der vergangenen Tage hatte es aber unmöglich gemacht, die vor eineinhalb Wochen gelandeten Pandas rechtzeitig mit dem Außenbereich vertraut zu machen.

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Merkel und Xi: Panda-Diplomatie in Berlin

Pandas kosten rund eine Million Euro pro Jahr

Die Öffentlichkeit kann die beiden Pandas ab Donnerstag besichtigen. Der Zoo veranstaltet eigens ein dreitägiges chinesisches Fest, denn er ist der einzige Tierpark in Deutschland, der die seltenen Bären hält. Mit den Pandabären verbinden die Zooverantwortlichen die Hoffnung auf noch mehr zahlende Besucher. Allein die vorerst auf 15 Jahre befristete Leihe kostet den Zoo jährlich fast eine Million Euro. Hinzu kommen knapp zehn Millionen Euro für den Neubau des Geheges sowie der teure Unterhalt der Tiere - sie essen etwa 18 Kilogramm Bambus täglich.

"Ich hoffe, dass die beiden eines Tages Nachwuchs zeugen und so Berlin Glück und Freude bereiten können", sagte Xi. Die Tiere aus Chengdu hätten ein sehr schönes neues Zuhause bekommen.

Xi war am Dienstag anlässlich des G20-Gipfels angereist. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen findet ab Freitag in Hamburg statt.

Merkel dankte China für die enge Zusammenarbeit im Vorfeld des Gipfels. Das Land habe zuletzt viel getan, um sein Naturerbe zu erhalten. Zum Beispiel seien Märkte für Elfenbeinhandel geschlossen worden.

Am Rande des Termins protestierten Menschenrechtsaktivisten in Pandakostümen. "Merkel, klare Worte statt Panda-Diplomatie" war zum Beispiel auf Schildern der Tibet-Initiative zu lesen.

kry/dpa/Reuters

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