Missbrauchsskandal Katholische Kirche trägt laut AKK "große Schuld" in sich

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in einem Interview über sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche gesprochen: Es werde bei Weitem nicht genug getan, damit sich ein "solches Versagen" nicht wiederhole.

Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer CDU-Veranstaltung in Eslohe
Maja Hitij/ Getty Images

Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer CDU-Veranstaltung in Eslohe


Angesichts der Enthüllungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche erwartet die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ein stärkeres Gegensteuern der Kirche. "Die katholische Kirche trägt ohne Wenn und Aber Schuld daran, dass sie die Aufklärung dieser Verbrechen an den Kindern systemisch verhindert und damit auch den Missbrauch ermöglicht hat", sagte sie der Zeitschrift "Publik-Forum". Das sei "die große Schuld, die die Kirche in sich trägt".

Die derzeitigen Bemühungen reichen ihren Angaben zufolge "bei Weitem nicht aus, um dafür zu sorgen, dass sich ein solches Versagen der Institution Kirche nicht wiederholt".

Kramp-Karrenbauer gehört dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken an. In dem Interview hat sie sich nun auch erneut für eine Lockerung des Zölibats ausgesprochen. "Ein erster Schritt wäre, Frauen zum Diakonat zuzulassen. Angesichts des Priestermangels wäre ein zweiter, den Pflichtzölibat aufzuheben. Dann wären mehr Männer bereit, Priester zu werden."

Auf die Frage, ob der Zölibat und die rigide Sexualmoral der Kirche den Missbrauch an Kindern begünstigt habe, sagte Kramp-Karrenbauer, vor allem habe dies mit jedem einzelnen Täter zu tun. "Kein Täter kann sagen, dass er ein Opfer der Umstände oder des Systems Kirche ist."

Zuletzt hatte der emeritierte Papst Benedikt XVI. mit einem Aufsatz zum Thema für Aufsehen gesorgt: Darin hatte er den Achtundsechzigern und der Säkularisierung eine Mitschuld am Missbrauchsskandal in der Kirche gegeben. Beobachter sahen darin den Versuch des emeritierten Papstes, Schuldige für interne und strukturelle Probleme der katholischen Kirche zu finden (mehr dazu erfahren Sie hier).

aar/dpa



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