Berliner Erzbischof Woelki lehnt Nominierung für Preis gegen Homophobie ab

Das Bündnis gegen Homophobie hat Rainer Maria Woelki für den "Respektpreis" nominiert. Doch der Berliner Erzbischof lehnte ab. Die Achtung aller Menschen sei für ihn eine Selbstverständlichkeit, für die er sich nicht auszeichnen lassen wolle.

Erzbischof Woelki (Archivbild): Kein "Respektpreis" für den katholischen Christen
DPA

Erzbischof Woelki (Archivbild): Kein "Respektpreis" für den katholischen Christen


Berlin - Ein Preis vom Bündnis gegen Homophobie? Nicht für den Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki. Der 56-Jährige hat die Nominierung für den "Respektpreis" des Bündnisses abgelehnt. Als katholischer Christ sei für ihn die Achtung aller Menschen eine Selbstverständlichkeit, für die er sich nicht auszeichnen lassen wolle, sagte ein Sprecher des Berliner Erzbistums.

Vor seiner Berufung nach Berlin 2011 galt Woelki als Hardliner in Fragen gleichgeschlechtlicher Beziehungen. In öffentlichen Äußerungen hatte er danach für Respekt vor homosexuellen Lebensweisen geworben - zugleich aber deutlich gemacht, dass für die Kirche die Beziehung von Mann und Frau im Mittelpunkt steht. Woelki sei "die erste hochrangige Persönlichkeit der Katholischen Kirche, die sich öffentlich für ein neues Miteinander mit Homosexuellen in der Gesellschaft ausspricht", heißt es zur Begründung der Nominierung.

Das Bündnis wurde vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiiert, ihm gehören Berliner Verbände, Religionsgemeinschaften und Institutionen an. Neben Woelki wurden die Kabarettistin Gaby Decker, der Buchautor David Berger und die Bürgerrechtlerin Seyran Ates für den Preis nominiert, der am 4. Dezember verliehen werden soll.

aar/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.