Antisemitismus Liga unterstellt Michael Jackson Judenhass

Popstar Michael Jackson ist von der Anti-Diffamierungs-Liga in den USA aufgefordert worden, sich von angeblich antisemitischen Äußerungen zu distanzieren. Der in Bahrein weilende Sänger wollte sich zu den Vorwürfen bisher nicht äußern.

Los Angeles - "Michael Jackson hat einen Hang zum Antisemitismus", erklärte der Liga-Vorsitzende Abraham Foxman gestern. "Man hat den Eindruck, dass es jedes Mal an den Juden liegt, wenn er Probleme hat."

Foxman bezog sich auf eine Bandaufnahme, die am Dienstag in der TV-Sendung "Good Morning America" des Senders ABC vorgespielt wurde. Die darauf zu hörende Stimme - angeblich die von Jackson - bezeichnet Juden als "Blutsauger" und spricht von einem "Komplott", das "die Juden gezielt" anstrengten. Die Botschaft auf dem Anrufbeantworter des ehemaligen Jackson-Vertrauten Dieter Wiesner soll vor zwei Jahren aufgenommen worden sein. Staatsanwalt Howard King hatte diese und ein Dutzend andere Sprachnachrichten in einem von Wiesner gegen Jackson angestrengten Verfahren benutzt.

"Es ist bedauerlich, dass Jackson von den klassischen Stereotypen infiziert wurde", erklärte Liga-Sprecher Foxman. Der Popstar müsse "eingestehen", dass seine Worte "verletzend und hassgetränkt" seien. Seinen Anhängern müsse er zeigen, dass er sich von Vorurteilen distanziere.

Jackson Sprecherin Raymone K. Bain sagte gestern, der Sänger würde die Vorwürfe nicht kommentieren. Auch Star-Anwalt Thomas Mesereau hat sich zu dem Fall noch nicht geäußert.

Jackson habe einfach nicht aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt, konstatierte Foxman. Bereits im Jahr 1995 hatte der Musiker jüdische Gruppen verärgert, als er in seinem Song "They Don't Care About Us" die Zeilen "Jew me, sue me, everybody do me, kick me, kike me" (Sinngemäß: "Macht es auf die jüdische Art, verklagt mich, alle von euch, schlagt mich, saugt mich einfach aus") gesungen hatte. Jackson hatte sich damals entschuldigt und erklärt, der Liedtext habe die Abscheulichkeit von Rassismus, Antisemitismus und Stereotypen zeigen sollen. Der Text wurde geändert.

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