Nach Attentat Insel Utøya wird komplett umgestaltet

Auf der Fjordinsel Utøya sollen neue Häuser, ein neuer Strand, ein neuer Campingplatz entstehen - nach dem Attentat mit 69 Toten wird der Ort zur Begegnungsstätte. Computerbilder zeigen, wie die Insel dann aussieht.

AUF

Oslo - Schön sieht Utøya aus, auf diesen ersten Bildern, die einen Blick in die Zukunft der norwegischen Insel liefern. Zu sehen sind glückliche Menschen auf einer grünen Wiese, sie halten Luftballons in der Hand und blicken zu einer Bühne. Eine andere Aufnahme zeigt die Insel in futuristischem Glanz, ein Strandabschnitt ist zum Schwimmen markiert. Ein großer Campingplatz mit Holzhäusern und -bänken dient als weiteres Motiv. Die Computersimulationen zeigen einen Ort, an dem man gern verweilen möchte.

Am 22. Juli 2011 war der Name der Insel zu einem Sinnbild des Schreckens geworden. Als die norwegischen Jungsozialisten dort im vergangenen Jahr ihr traditionelles Ferienlager veranstalteten machte Anders Breivik Jagd auf die mehr als 500 Teilnehmer. Er erschoss 69 von ihnen.

In Zukunft will die sozialdemokratische Jugend an diesem Datum keine Ferienlager mehr auf Utøya abhalten. Die Insel soll nun mit neuen Gebäuden versehen und insgesamt stark umgestaltet werden. Sie soll als Begegnungsstätte "für kommende Generationen" genutzt werden, wie der Vorsitzende der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF, Eskil Pedersen, ankündigte. Im Westen der Insel soll eine Gedenkstätte an die Opfer erinnern.

Ende August wurde Breivik für seine Anschläge auf Utøya und in Oslo zu 21 Jahren Haft plus Sicherungsverwahrung verurteilt. Er legte keine Berufung gegen die Entscheidung der Richter ein. Der Schuldspruch ist damit rechtskräftig.

aar/dpa/AP

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matthias.p 07.09.2012
1. Nicht ganz richtig
Den norwegischen Zeitungen zufolge soll es auf Utøya sehr wohl auch weiter Ferienlager geben. Lediglich künftig nicht mehr an einem 22. Juli, da dieser Tag der Erinnerung an die Opfer dienen soll. Aftenposten schreibt: "Der Plan von AUF für Utøya ist, dass die Insel Norwegens führender Kurs- und Lagerort für die Jugend sein soll" (http://www.aftenposten.no/nyheter/iriks/22juli/Nye-Utoya-til-60-millioner-skal-sta-ferdig-i-2015-6984799.html)
muscote 07.09.2012
2. Gut
Zitat von sysopAUFNorwegens Jungsozialisten werden auf der Fjordinsel Utøya kein Ferienlager mehr abhalten. Stattdessen sollen dort neue Häuser, ein neuer Strand, ein neuer Campingplatz entstehen - nach dem Attentat mit 69 Toten wird der Ort zur Begegnungsstätte. Computerbilder zeigen, wie die Insel dann aussieht. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,854562,00.html
Ich glaube, das ist eine sehr gute Idee und die Bilder schauen auch sehr gut aus. Die Norweger sind schon überdurchschnittlich undumm.
jockelano 07.09.2012
3. Mehr planieren
Der Gestaltungsfreiheit wären weniger Grenzen gesetzt, wenn man gleich davon ausginge, die Landschaft zur Unkenntlichkeit zu deformieren zu müssen. Wer will auch schon am Ort solchen Schreckens nochmal Urlaub machen?
muscote 07.09.2012
4.
Zitat von jockelanoDer Gestaltungsfreiheit wären weniger Grenzen gesetzt, wenn man gleich davon ausginge, die Landschaft zur Unkenntlichkeit zu deformieren zu müssen. Wer will auch schon am Ort solchen Schreckens nochmal Urlaub machen?
Ich glaube, da geht es weniger um einen Urlaub, wie man Urlaub an der Adria, am Atlantik oder in der dominikanischen Republik macht, sondern schon um recht themenbezogenen Urlaub. Ich vermute, es gibt da Seminare, Konzerte, Festivals und bestimmt auch wieder diverse Jugendlager. Vermutlich werden Nazigruppen da auch nicht zugelassen werden, das wird schon in einem weltoffenen, antirassistischen Geist stehen. Hoffentlich multikulturell, ich hoffe, dass dieses kirchenähnliche Gebäude für christliche, jüdische und muslimische Andachten genutzt werden wird. Und nach diesem extremen Anschlag IST dieser Ort einfach zu einem Symbol geworden, deshalb finde ich es auch gut, mehr Kapazitäten zu schaffen.
hermie9 07.09.2012
5. Also Fjordinsel ist das keine
sondern eine ganz normale Insel in einem See, der zufälligerweise Tyrifjord heißt, aber nicht das ist, was wir Deutschen mit Fjord übersetzen/meinen. Nämlich ein schmaler, tiefer Meeresarm.
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