Aus Protest gegen Rom Münchner Priester segnet gleichgeschlechtliche Paare

Die Regenbogenflagge über dem Altar: In einer katholischen Kirche in Bayern haben mehrere homosexuelle Paare gegen den Willen Roms die Segnung erhalten – und das war wohl erst der Anfang.
Pfarrvikar Wolfgang Rothe segnet ein Paar

Pfarrvikar Wolfgang Rothe segnet ein Paar

Foto: Felix Hörhager / dpa

In einem katholischen Gottesdienst in München sind am Sonntag mehrere gleichgeschlechtliche Paare gesegnet worden. »Der Himmel war offen«, sagte der Pfarrer Wolfgang Rothe nach dem gewissermaßen historischen Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Benedikt. Er wolle »ein Zeichen setzen«.

»Mein Anliegen ist, das aus den kirchlichen Hinterhöfen herauszuholen – dahin, wo es hingehört: mitten in das kirchliche Leben«, sagte Rothe.

Katholische Priester überall in Deutschland wollen unter dem Motto #liebegewinnt Segnungsgottesdienste für alle liebenden Paare anbieten – egal ob schwul, lesbisch oder heterosexuell. Es ist ein orchestrierter Protest gegen das vor Kurzem von der Glaubenskongregation im Vatikan ausgesprochene, kategorische Verbot, homosexuelle Paare zu segnen.

Bundesweit veranstalten katholische Gemeinden auch am Montag (ab 09.45 Uhr) sogenannte Segnungsfeiern »für alle Liebenden«. Die Aktion richtet sich unter anderem an Homosexuelle und setzt sich demonstrativ über die Haltung des Vatikans hinweg. Etwa hundert Gemeinden beteiligen sich an den von Priestern, Diakonen wie auch Ehrenamtlichen organisierten Gottesdiensten rund um den 10. Mai.

Eine Regenbogenfahne weht vor der Autobahnkirche St. Christophorus am Rande der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren

Eine Regenbogenfahne weht vor der Autobahnkirche St. Christophorus am Rande der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren

Foto: Benedikt Spether / dpa

Die Segnungsgottesdienste sind der vorläufige Höhepunkt einer Welle, die der Vatikan unter vielen Katholiken in Deutschland und inzwischen auch unter katholischen Priestern mit seinem Nein ausgelöst hat. Angst vor Konsequenzen habe er nicht, sagt Priester Rothe: »Wir schwimmen auf einer Woge der Sympathie.»

mjm/dpa
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