Auschwitz US-Abgeordneter entschuldigt sich für Gaskammer-Video

Clay Higgins hielt es offenbar für eine gute Idee, im früheren KZ Auschwitz ein Video zu drehen, um seine politischen Botschaften loszuwerden. Nach scharfen Protesten hat er den Clip nun gelöscht.

Clay Higgins (im Dezember 2016)
AP/The Daily Advertiser

Clay Higgins (im Dezember 2016)


Der US-Kongressabgeordnete Clay Higgins steht nach der Veröffentlichung eines Videos aus einer früheren Gaskammer des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau in der Kritik. Das Video war am Samstag auf seinem offiziellem YouTube-Kanal hochgeladen worden. Inzwischen ist es gelöscht.

Der republikanische Abgeordnete aus Louisiana beschreibt in dem Video vor den Brennöfen die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Dann spricht er über die Gegenwart: "Die Welt ist heute viel kleiner geworden als während des Zweiten Weltkriegs. Die USA sind heute viel zugänglicher für Terror wie diesen, für Horror wie diesen."

Higgins sagt weiter: "Es ist schwer, von den Gaskammern und Öfen wegzugehen ohne ein sehr ernsthaftes Gefühl der Entschlossenheit, eine unerschütterliche Entschlossenheit, verdammt noch mal sicherzustellen, dass die USA vor dem Übel der Welt geschützt sind."

Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau verurteilte das Verhalten als pietätlos. "Jeder hat das Recht, das Gesehene zu reflektieren", hieß es in einer Stellungnahme des Museums. "Dennoch sollte im Inneren einer früheren Gaskammer andächtige Stille herrschen. Der Ort ist keine Bühne."

Der Vorsitzende des Anne Frank Center for Mutual Respect, Steven Goldstein, reagierte entrüstet auf das Video. Er betonte, dass es sich bei Auschwitz nicht um ein "Fernsehstudio" handele.

Higgings entschuldigte sich am Mittwoch. Er habe nicht respektlos erscheinen und niemanden beleidigen wollen. "Ich wollte den Auschwitz-Opfern Ehre erweisen und daran erinnern, dass es das Böse in der Welt gibt; dass freie Nationen das nicht vergessen dürfen und stark bleiben müssen", teilte Higgins mit. "Allerdings hat meine Botschaft Leuten Schmerz zugefügt, die ich liebe und respektiere. Das tut mir im Herzen weh."

hut/dpa/AP



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