Ausgestochene Augen Chinesischer Junge darf Krankenhaus verlassen

Dem kleinen Guo Bin aus China wurden beide Augen ausgestochen, nun konnte er das Krankenhaus verlassen. Ärzte setzten dem Sechsjährigen Prothesen ein. Er könne zwar nicht sehen, so die Mediziner, aber der Eingriff werde ihm neues Selbstvertrauen geben.

REUTERS/Stringer

Peking - Der sechsjährige Guo Bin aus China, dem beide Augen ausgestochen wurden, ist aus dem Krankenhaus in Shenzen entlassen worden. Dem Kind wurden Augenprothesen eingesetzt, die Operation sei erfolgreich verlaufen, sagte der Mediziner Dennis Lam. Der Junge könne zwar nicht sehen, "aber er sieht genauso aus wie jedes andere Kind", sagte der Augenspezialist aus Hongkong. Das werde ihm neues Selbstvertrauen geben.

Guo Bin führte den Reportern bei der Pressekonferenz sogar einen kleinen Tanz vor. "Ich bin sehr glücklich", sagte der Junge. Seine Mutter berichtete, ihr Sohn könne sich inzwischen schon wieder allein anziehen, die Zähne putzen und sich das Gesicht waschen. Als zusätzliche Orientierungshilfe soll der Junge im kommenden Jahr Sensoren an der Stirn und an der Zunge bekommen.

Das Schicksal von Guo Bin bewegt seit Monaten die chinesische Öffentlichkeit. Der Junge war im August nicht vom Spielen zurückgekehrt und wurde schließlich in der Nähe seines Elternhauses blutüberströmt gefunden. Die ausgestochenen Augen wurden in der Nähe des Tatorts entdeckt. Berichte über einen möglichen Fall von illegalem Organhandel bestätigten sich nicht. Die Polizei macht die Tante des Jungen für die Tat verantwortlich - Hintergrund soll ein Familienstreit gewesen sein. Die Frau wurde laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit Hilfe von Blutspuren an ihrer Kleidung überführt. Sie hatte sich kurz nach der Tat das Leben genommen.

hut/AFP/AP



© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.