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Berlin: Wintereinbruch mit bösen Folgen

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Ausnahmezustand in der Hauptstadt Blitzeis in Berlin

In Berlin und dem Umland hat Blitzeis auf Straßen und Gehwegen zu zahlreichen Unfällen geführt. Fußgänger stürzten, Autos krachten ineinander, Busse schlitterten von der Fahrbahn. Die Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus.

Berlin - Ein plötzlicher Wintereinbruch macht derzeit den Berlinern zu schaffen. Autofahrer verloren die Kontrolle über ihre Autos, Fußgänger rutschten aus und stürzten. Durch überfrierende Nässe kam es allein zwischen acht und neun Uhr zu mehr als hundert Unfällen. Es seien überwiegend Blechschäden verursacht worden, sagte ein Polizeisprecher.

Laut "Berliner Morgenpost" rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. Von Mitternacht bis zehn Uhr hätten die Helfer bereits 600 Rettungseinsätze gefahren, wie ein Sprecher sagte. Zusätzliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren seien alarmiert worden.

Im Unfallkrankenhaus Berlin kam es zu einem Patientenansturm. "Die Feuerwehr hat die Verletzten in Löschzügen vorbeigebracht, weil sie nicht mehr genug Rettungswagen hatte", sagte Sprecherin Angela Kijewski. Innerhalb von zwei Stunden seien 41 Menschen nach Stürzen oder Unfällen eingeliefert worden. Manche hätten vor Schmerzen geschrien.

"Es gab Hüftbrüche und ausgekugelte Hüften. So etwas tut höllisch weh", ergänzte Kijewski. Der jüngste Patient sei 14, der älteste 93. Die Ärzte behandelten neben vielen Brüchen auch Sprunggelenksverletzungen, Bänderdehnungen und Platzwunden am Kopf. In der Regel werden sonst rund 90 Patienten pro Tag in die Klinik gebracht.

Die Stadt Berlin forderte die Hauptstädter über den offiziellen Katastrophen-Warndienst "Katwarn" auf, angesichts der Extremwetterlage zu Hause zu bleiben.

Die Verkehrsinformationszentrale meldete Unfälle auf der Stadtautobahn, unter anderem auf der A113 nahe der Anschlussstelle Adlershof. Ein Fahrstreifen stadtauswärts war vorübergehend gesperrt. Auf der Buschkrugallee in Berlin-Britz rutschte ein mit Heizöl beladener Tanklaster in zwei Autos. Ein Mensch wurde dabei schwer verletzt. Heizöl trat offenbar nicht aus.

"Alle Hände voll zu tun"

Im Nahverkehr kam es zu Verspätungen von bis zu 40 Minuten, viele Pendler kamen zu spät zur Arbeit oder in die Schule. Die S-Bahn warnte vor glatten Bahnsteigen, der Winterdienst sei unterwegs.

Auch in Teilen Brandenburgs, in den Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland und der Region Frankfurt (Oder) kam es zu schweren Unfällen. Hier rutschten Autos gegen Bäume oder rammten entgegenkommende Fahrzeuge, wie die Polizei mitteilte.

In der Uckermark waren die Straßen spiegelglatt, Busse der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft UVG mussten anhalten, weil nicht gestreut wurde. In der Lausitz waren Rettungswagen pausenlos im Einsatz, um gestürzte Fußgänger und Radfahrer zu versorgen.

"Seit 6 Uhr früh hatten wir bereits mehr als 60 Verkehrsunfälle durch Blitzeis", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. Mindestens sieben Menschen seien verletzt worden. Die Feuerwehren der Regionalleitstellen Oderland und Lausitz hatten nach Stürzen von Fahrradfahrern und Fußgängern ebenfalls "alle Hände voll zu tun".

Die Aussichten für die nächsten Tage sind nicht wesentlich besser: Bis Mitte der Woche rechnet der Deutsche Wetterdienst mit leichtem Schneefall und weiterhin glatten Straßen in der Hauptstadt. Die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt.

ala/dpa