Wetterumschwung Australien befürchtet neues Riesenfeuer
Der Himmel um Nowra in NSW Ende Dezember: "Die Feuer brennen immer noch, und sie werden noch über Monate brennen", sagte Premier Morrison
Foto: SAEED KHAN/ AFPBei den Feuerwehrleuten, die derzeit an der Südostküste Australiens im Einsatz sind, machte sich zuletzt etwas Erleichterung breit. Noch immer kämpfen sie gegen die zahlreichen Brände, die vor allem in den Bundesstaaten New South Wales (NSW) und Victoria wüten. Doch etwas Regen und kühlere Temperaturen machten den Einsatz in den vergangenen Tagen etwas leichter.
NSW-Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons sagte am Dienstag, die mehr als 2600 Helfer nutzten die "günstigen Bedingungen", um sich vorzubereiten - bevor die Brandgefahr am Freitag voraussichtlich wieder steigen dürfte.
Ende der Woche soll es wieder teilweise 40 Grad und heißer werden. Hinzu kommt: An der Grenze von NSW und Victoria bewegten sich zwei Brände aufeinander zu - nun herrscht die Sorge, dass so ein Riesenfeuer entstehen könnte. Am Montagmorgen lagen zwischen einem Brand in Corryong in Victoria und zwei Feuern im Kosciuszko-Nationalpark in NSW noch etwa zehn Kilometer.
Seit Beginn der großen Brände im vergangenen Oktober sind landesweit 25 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser sind zerstört. Etwa 10,6 Millionen Hektar brannten nieder - das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. "Die Feuer brennen immer noch, und sie werden noch über Monate brennen", sagte der australische Premierminister Scott Morrison am Montag vor Reportern.
Der konservative Politiker, der wegen seines Krisenmanagements massiv in der Kritik steht, hatte eine neue nationale Agentur angekündigt, die sich um die Folgen der Katastrophe kümmern soll. Ein Fonds soll in den nächsten zwei Jahren mindestens zwei Milliarden australische Dollar (1,2 Milliarden Euro) bekommen - Geld für die Farmer, kleine Geschäfte und betroffene Bewohner.
Am Dienstag hieß es, auf die Versicherungen kämen bislang Kosten von 700 Millionen australischen Dollar zu, das sind etwa 430 Millionen Euro. Nach Angaben des australischen Versicherungsverbands gab es fast 9000 Schadensmeldungen - es wird aber erwartet, dass die Zahl noch deutlich steigt.
Charlotte O'Dwyer trägt bei der Beerdigung ihres Vaters dessen Helm
Foto: DEAN LEWINS/EPA-EFE/REXNSW-Feuerwehrchef Fitzsimmons nahm am Dienstag an der Beerdigung von Andrew O'Dwyer teil, der freiwillige Feuerwehrmann war wenige Tage vor Weihnachten bei einem Einsatz gestorben. Fitzsimmons überreichte dabei der 19 Monate alten Tochter von O'Dwyer einen Orden und den Helm ihres Vaters. Fotos von der Trauerfeier wurden am Dienstag in Australien vielfach verbreitet.
An das kleine Mädchen gewandt sagte Fitzsimmons: "Baby Charlotte, du sollst wissen, dein Papa war ein besonderer Mann, ein selbstloser Mann - und er ist nur von uns gegangen, weil er ein Held ist."