Australien Buschbrände könnten noch Wochen wüten

Die Temperaturen sinken, der Wind lässt nach: Die Behörden in Australien gehen trotzdem davon aus, dass die schweren Buschbrände noch Wochen andauern könnten. Derweil gibt es eine erste Theorie, was die Feuer ausgelöst haben könnte - und die lässt das australische Militär nicht gut aussehen.


Sydney - Die verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens, die seit Mittwoch wüten, könnten nach Einschätzung der Behörden noch Wochen dauern. Bisher wurden bei den an verschiedensten Orten in der Umgebung von Sydney aufflammenden Feuern fast 200 Häuser zerstört und 100.000 Hektar Wald vernichtet. Ein Mann starb an einem Herzanfall, als er sein Haus vor den Flammen schützen wollte. Außerdem mussten zwei Feuerwehrmänner ins Krankenhaus eingeliefert werden. In New South Wales wüteten am Samstag nach Angaben der Feuerwehr noch immer rund 80 Brände.

Rund 1500 hauptsächlich freiwillige Feuerwehrleute waren am Samstag in Lithgow im Einsatz, einer Stadt in den Blue Mountains rund 140 Kilometer westlich von Sydney. Der Leiter der ländlichen Feuerwehr, Shane Fitzsimmons, warnte vor weiteren Opfern. "Wir können nicht einfach ignorieren, dass da noch Leute in ihren Häusern sein könnten, die es nicht mehr rausgeschafft haben", sagte er. In den Blue Mountains stehen viele Eukalyptuswälder. Die Bäume sondern Öltropfen ab, was Buschbrände zusätzlich anfacht.

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Buschbrände in Australien: Ist das Militär schuld?

Am Freitag waren die Temperaturen von über 30 Grad auf Mitte 20 Grad gefallen, und die Winde hatten nachgelassen. Das öffnete den von Löschflugzeugen unterstützten Brandbekämpfern ein zweitägiges Zeitfenster, bevor wieder heißes und windiges Wetter erwartet wurde. Auf der Südhalbkugel ist jetzt Frühling, iden australischen Sommermonaten von Dezember bis Februar gibt es regelmäßig Buschfeuer. In diesem Jahr begannen die Brände aber ungewöhnlich früh, weil es schon sehr heiß ist und zuletzt wenig Regen fiel. Im Jahr 2009 waren bei Buschbränden im Bundesstaat Victoria 173 Menschen ums Leben gekommen.

Gleichzeitig geht die Suche nach dem Auslöser der Feuer weiter. Die australische Armee untersucht nach eigenen Angaben, ob die Feuer durch ein militärisches Schießtraining entfacht worden sein könnten. Grund sei, dass die Brände am 16. Oktober zeitgleich mit einem Manöver ausgebrochen seien, teilten die Streitkräfte am Samstag mit. Die Armee sprach den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.

hpi/afp/dpa



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