Notrufsignal im Sand Verirrter Brite nach zwei Tagen aus Wildnis gerettet

Geoff Keys war in einem australischen Nationalpark unterwegs und dachte, er kenne da eine Abkürzung. Stattdessen irrte er zwei Tage lang umher - bis eine Botschaft im Sand die Rettungskräfte auf seine Spur brachte.

"HELP 2807"-Botschaft im Sand: Eine Abkürzung, die keine war
DPA/QUEENSLAND POLICE MEDIA

"HELP 2807"-Botschaft im Sand: Eine Abkürzung, die keine war


Für den Briten Geoff Keys sollte es ein netter Ausflug im australischen Jardine Nationalpark in Queensland werden. Der 63-Jährige wollte ein bisschen im Fluss schwimmen. Die Natur genießen. Das klappte soweit auch ganz gut. Bis es dunkel wurde und Keys beschloss, für den Rückweg eine Abkürzung zu nehmen.

Er wollte nicht denselben, langen Weg zurück nehmen, sondern die kurze Strecke durch die Wildnis: mit Shorts bekleidet, einem T-Shirt, ohne Schuhe oder Lebensmittel. "Ich war überzeugt, dass der Weg ganz in der Nähe war", zitiert der "Telegraph" den Mann. Doch der Weg war nicht in der Nähe - und Keys galt zwei Tage lang als vermisst.

Seine Freunde, mit denen er im rund 2370 Quadratkilometer großen Nationalpark unterwegs war, bemerkten Keys' Fehlen und schlugen Alarm. Einsatzkräfte suchten mit Helikoptern nach dem Mann, insgesamt soll die Aktion nach Informationen des britischen "Mirror" etwa 375.000 Pfund gekostet haben, umgerechnet mehr als 515.000 Euro.

Am Ende half Keys sich mit einem Trick, der aus unzähligen Schiffsunglücksfilmen bekannt ist: Er zeichnete einen Notruf in den Sand, der auch von weit oben gut erkennbar war. "HELP 2807" war da zu lesen, die Ziffern waren ein Hinweis auf das Datum seines Verschwindens. Dazu malte Keys noch einen Pfeil an den Strand, der auf die Stelle zeigte, an der er sich aufhielt. Wenige Stunden später sah eine Suchmannschaft im Helikopter den Notruf.

Er fühle sich "dämlich, aber glücklich", schrieb Keys nach seiner Rettung in einem Blog-Eintrag. Demnach erlitt er lediglich Verletzungen an den Füßen. "Es tut mir leid, dass ich meinen Freunden und meiner Familie Sorgen bereitet habe. Bitte glaubt mir: Das mache ich nicht noch einmal."

Ruhig soll es im Leben von Keys dennoch nicht werden. In naher Zukunft wolle er wieder losziehen, sagte er. Nach Asien. In den Nahen Osten. Nach Afrika. In die USA.

aar



insgesamt 30 Beiträge
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Oskar ist der Beste 24.08.2015
1. in Australien
wird nicht nach den Kosten solcher Rettungsaktionen gefragt, da das Land nun einmal sehr wild ist, wird bei dem geringsten Anzeichen bereits eine Rettungsaktion gestartet und ich habe noch nie gehört, daß die "Geretteten" dafür aufkommen müssen. Das gehört zum Selbstverständnis der australischen Gesellschaft.
vlado13 24.08.2015
2. Eher nicht...
@habmeinemeinung: Für bloßes Verlaufen schreiben Polizei & Co. keine Rechnungen. Auch nicht bei Fahrlässigkeit.
Halfstep 24.08.2015
3. Mit GPS
z.B. Smartphone, gibt es solche Abenteuer nicht mehr. Auch ohne Kartengrundlage findet man zumindest problemlos den Rückweg.
winterwoods 24.08.2015
4. Nationalpark mit W-LAN und Akkulader an jedem Baum
"z.B. Smartphone, gibt es solche Abenteuer nicht mehr. Auch ohne Kartengrundlage findet man zumindest problemlos den Rückweg." Ja - vorausgesetzt irgendwo innerhalb von 2370 Quadratkilometern findet sich ein Handymast.
AndreHa 24.08.2015
5.
Für GPS braucht es keinen Handymast. Nur einen vollen Akku.
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