Australien Lehrerin wegen Nacktfotos gefeuert

Die Kollegen sind empört, die Eltern entspannt: Weil sie nackt für eine Frauenzeitschrift posiert hatte, ist in Australien eine Grundschullehrerin entlassen worden - und zieht jetzt vor Gericht.


Sydney - Sie schmiegt sich an ihren Ehemann, er drückt sie mit geschlossenen Augen und einem zufriedenen Lächeln an sich. Beide sind nackt. So zeigen sich Lynne und Antonias Tziolas im australischen "Cleo Magazine". Sie plaudern über ihre Liebe und ihr Sexleben, über ihre Hingage und Verbundenheit - ein Skandal findet die Grundschule, an der Lehrerin Lynne Tziolas, unterrichtet. Und kündigte dem Gelegenheits-Model fristlos.

Die 24-Jährige ist schockiert. Der Tageszeitung "Manly Daily" sagte sie, "die Aufnahmen waren sehr geschmackvoll." Und zu ihrer beruflichen Verantwortung: "Jeder soll wissen, dass ich niemals mein privates Leben in den Klassenraum ließe."

Wäre sie Lehrerin an einem Gymnasium, könnte sie die ganze Aufregung und die Entscheidung, sie aus dem Schuldienst zu entfernen, vielleicht noch verstehen. "Aber ich unterrichte an einer Grundschule, und der Artikel erschien in einem Frauenmagazin."

Lynne Tziolas klagt gegen die "unberechtigte Entlassung" und wird dabei laut Zeitungsberichten von den Eltern ihrer Schüler an der staatlichen Narraweena-Schule in Sydney unterstützt. Schon über 40 Erziehungsberechtigte haben für die 24-Jährige eine Petition für ihre Wiedereinstellung unterschrieben. Tziolas gibt seit zwei Jahren Unterricht für Fünf- und Sechsjährige.

Ehemann Antonios Tziolas, 45 und ebenfalls Lehrer, kann den Wirbel um die Fotos auch nicht verstehen und verteidigt seine Frau wie auch die Aktion: "Wir stehen hinter dem, was wir getan haben. Und ja, wir würden es jederzeit wieder tun."

taf/AFP



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