Nach künstlicher Befruchtung Australierin wird mit 62 Mutter

In Australien hat eine 62-Jährige nach künstlicher Befruchtung ein Baby zur Welt gebracht. Sie ist damit die älteste Frau, die je auf dem Kontinent entbunden hat.


Das Kind ist kaum geboren, da hagelt es Kritik: Der Präsident des australischen Ärzteverbandes, Michael Gannon, verurteilte eine Mutter aus Tasmanien als selbstsüchtig, weil sie im Alter von 62 noch ein Baby bekommen hat.

"Hat jemand daran gedacht, wie es ist, wenn das Kind Teenager ist?" twitterte Gannon und läutete damit die übliche Debatte um späte Mütter ein. "Wahnsinn. Mit über 60 sollte man keine Kinder mehr bekommen", so sein Kommentar.

Laut einem Bericht von Channel Seven News kam das Baby, ein Mädchen, am Montag acht Wochen vor dem Geburtstermin in Melbourne per Kaiserschnitt zur Welt. Es sei das erste Kind der Frau, hieß es. Ihr Partner sei 78 und bei der Geburt dabei gewesen. Die künstliche Befruchtung soll im Ausland stattgefunden haben.

Auch der In-vitro-Fertilisationsexperte Gabor Kovacs von der Monash-Universität in Melbourne äußerte sich kritisch: Er forderte, künstliche Befruchtungen von Frauen über 53 generell zu unterlassen. "Unsere Körper wurden nicht dafür gemacht, mit 60 noch Kinder zu haben", sagte er.

Die bisher älteste Mutter in Australien war 2010 mit 60 Jahren von einem Kind entbunden worden. Den "Weltrekord" in Sachen späte Mutterschaft hält eine Frau aus Rumänien: Adriana Illiescu hatte ebenfalls nach einer In-vitro-Behandlung im Januar 2005 im Alter von 66 Jahren und 230 Tagen ein Baby bekommen. Sie lebt mit der heute elfjährigen Tochter in Bukarest.

ala/dpa



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