Rheinland-Pfalz Besucher missachten Einlassstopp in Freibad - Polizei rückt an

Trotz Einlassverbots haben Besucher ein überfülltes Freibad in Bad Sobernheim geentert. Die Polizei sorgte für Ordnung - und witterte "Hitzestress" als Auslöser. 


Polizeieinsatz in einem Freibad in Rheinland-Pfalz: Weil Besucher sich unerlaubt und ohne zu zahlen Zutritt verschafft hatten, mussten am Samstag Beamte anrücken.

Zuvor war die Kapazität des Bades in Bad Sobernheim um etwa 500 Besucher überschritten worden. Mehr als 2000 Menschen tummelten sich auf dem Gelände, das damit "schon gut überfüllt" war, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Bademeister habe nach einer Kontrolle der Wasserqualität angeordnet, das Bad kurzzeitig zu schließen. Auf seine Anweisung sollten erst wieder neue Gäste in das Bad gelassen werden, sobald andere es verlassen hätten. Mehrere Besucher hätten das Bad aber trotzdem betreten.

Die Polizei fuhr mit drei Streifenwagen vor und hatte die Situation schnell wieder unter Kontrolle. "Wir konnten die Gemüter ein bisschen beruhigen", sagte ein Sprecher. Offenbar sei Hitzestress der Auslöser für das Fehlverhalten gewesen. Das Schwimmbad konnte wenig später wieder öffnen. Anzeigen habe es keine gegeben.

Neben hohen Temperaturen war laut Polizei auch der Mangel an Alternativen Grund für den Ansturm: Im Umfeld von Bad Sobernheim sind einige Schwimmbäder derzeit nicht in Betrieb.

Am Sonntag waren im nahen Bad Kreuznach Temperaturen von 39,3 Grad erreicht worden. Das war - bis wenig später 39,6 Grad in Sachsen-Anhalt gemessen wurden - kurzzeitig der deutschlandweite Juni-Rekord.

Vergangenen Donnerstag war es an einem überfüllten Badesee in Hessen zu Ausschreitungen gekommen. 200 Menschen hatten laut Polizei bei brütender Hitze versucht, einen das Gelände zu stürmen. Die wartenden Personen warfen demnach teilweise Steine in Richtung des Eingangs und beschimpften die Sicherheitskräfte des Waldsees.

Am Sonntag war es in einem Düsseldorfer Freibad zu einem Streit mit mehreren Hundert beteiligten Badegästen gekommen.

cop/dpa



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