Baden-Württemberg Ab Mitternacht gelten in Corona-Hotspots Ausgangssperren für Ungeimpfte

Ohne Impfung kein Nachtspaziergang und kein Kneipenbesuch mehr: In Baden-Württemberg erlassen erste Gemeinden strenge Regeln für Ungeimpfte. Die Regelung gilt ab Montagmorgen, weitere Landkreise könnten folgen.
Biberach ist einer der drei Corona-Hotspots in Baden-Württemberg, in denen ab Mitternacht Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte gelten

Biberach ist einer der drei Corona-Hotspots in Baden-Württemberg, in denen ab Mitternacht Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte gelten

Foto:

A3419 Stefan Puchner/ dpa

Ungeimpfte dürfen von Montag an in drei Corona-Hotspots in Baden-Württemberg nachts nur noch aus triftigem Grund vor die Wohnungstür. Die Regelung betrifft die Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach.

Dort dürften Menschen ohne Corona-Schutzimpfung zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens nur noch mit besonderer Begründung auf die Straße. Zu den Ausnahmen zählten etwa medizinische Notfälle und Arbeitsgründe, sagte der Amtschef im baden-württembergischen Sozialministerium, Uwe Lahl, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Er gehe davon aus, dass es bis zur Wochenmitte und damit bis zur neuen Corona-Verordnung nicht bei diesen drei Kreisen bleibe, sagte Lahl weiter. Der für das Ministerium ausschlaggebende Inzidenz-Schwellenwert sei »600 und eine dynamische Lage«. Mehrere andere Landkreise standen am Wochenende unmittelbar vor diesem Wert.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen lag im Schwarzwald-Baar-Kreis am Samstag bei 606, im Ostalbkreis bei 702,2 und im Kreis Biberach bei 631,9. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den Behörden gemeldet wurden.

Grundgedanke der Regelung sei es, »allen Bürgerinnen und Bürgern entsprechend ihrem infektiologischen Gefährdungspotenzial zu ermöglichen, in sämtlichen öffentlichen und privaten Lebensbereichen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können«, heißt es in der Verfügung des Schwarzwald-Baar-Kreises  – jedenfalls, soweit es die epidemiologische Lage zulasse. Dafür müssten »dem nicht-immunisierten Bevölkerungsanteil, unter dem sich die hochansteckende Delta-Variante aktuell stark ausbreitet, strenge Schutzmaßnahmen im Hinblick auf das Infektionsgeschehen auferlegt werden«.

Mit den Allgemeinverfügungen für die drei Landkreise ist der Zutritt beispielsweise zu Restaurants, Hotels – mit Ausnahme von Geschäftsreisenden – und Einzelhandel von Montag an ausschließlich Geimpften und Genesenen gestattet.

Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen. Dazu gehören etwa Lebensmittelläden, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

him/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.