»Ylenia«, »Zeynep«, »Antonia« Waldbesitzer warnen nach Stürmen vor Lebensgefahr in Forsten

Nach den heftigen Unwettern sollte die Bevölkerung die Wälder meiden – noch wochenlang, das Aufräumen braucht Zeit. Immerhin das Wetter beruhigt sich etwas, doch dank Tief »Bibi« bleibt es windig.
Durch die jüngsten Stürme entwurzelte Bäume in Mecklenburg-Vorpommern

Durch die jüngsten Stürme entwurzelte Bäume in Mecklenburg-Vorpommern

Foto: Jens Büttner / dpa

Ausflügler, Naturliebhaber und andere Besucher sollten nach den heftigen Unwettern die Wälder in den nächsten Wochen meiden. Dazu haben die deutschen Waldbesitzer die Öffentlichkeit eindringlich aufgerufen.

»Ich kann nur dringend appellieren: ›Leute, bleibt den Wäldern fern.‹ Es herrscht gerade Lebensgefahr«, sagte Georg Schirmbeck, Vorsitzender des Deutschen Forstwirtschaftsrates der »Neuen Osnabrücker Zeitung «. Er verwies darauf, dass die Waldbesitzer zunächst die Sturmschäden beseitigen müssten. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Insgesamt seien die Schäden nach den Orkantiefs »Ylenia«, »Zeynep« und »Antonia« »sehr ärgerlich, aber keine totale Katastrophe wie nach dem Orkan ›Kyrill‹«, sagte Schirmbeck. Die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien nach den zurückliegenden Sturmtagen dieses Mal besonders betroffen.

Tief »Bibi« bringt weiteren Wind

»Je weiter man derzeit in Richtung Küste kommt, desto größer werden die Schäden«, sagte Schirmbeck. Er sprach in diesem Zusammenhang von 1,5 Millionen Festmetern, die zu Boden gegangen seien. »Das ist eine vorsichtige Schätzung. Klarheit werden wir erst in den nächsten Tagen bekommen.«

Allein in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns sind nach Einschätzung von Forstexperten mindestens 500.000 Festmeter Holz gefallen. Es sei eine Riesenaufgabe, das Holz vor dem nahenden Frühjahr zu beseitigen, sagte Peter Rabe vom Landesverband des Bundes Deutscher Forstleute (BDF).

Die Aufräumarbeiten stellten für die Forstleute eine besondere Herausforderung dar – durch den nassen Boden. Die schweren Maschinen würden den Böden weiteren Schaden zufügen. Immerhin: Angesichts des knappen Holzmarktes gebe es eine Nachfrage nach dem Holz. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter.

Das Wetter hat sich nach dem Durchzug der Sturmtiefs inzwischen etwas beruhigt. Allerdings warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Teile Deutschlands, insbesondere an der Nordseeküste und im Bergland, weiterhin vor Sturmböen.

Bahnverkehr weiter beeinträchtigt

Konkret steht mit »Bibi« bereits das nächste Tief in den Startlöchern. Das zuletzt über Island befindliche Tief ist laut Wetterdienst jedoch schwächer als die Vorgänger, der Wind bleibe aber windig – und in höheren Berglagen, an der See und in Alpennähe auch stürmisch. Im Bergland muss wegen Neuschnees gebietsweise mit Glätte gerechnet werden. Vor allem in Lagen ab 600 Meter Höhe gebe es auch leichten Frost.

Die Deutsche Bahn berichtete, dass es vor allem im Norden weiterhin mindestens bis Dienstag zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr kommen kann. Es müsse mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Auf vielen Strecken besonders in der Nordhälfte des Landes hatte es durch die Stürme Schäden auf den Strecken gegeben.

Weitere Sturmflut in Hamburg und Bremen

In Hamburg und Bremen hat es am Morgen unterdessen erneut eine Sturmflut gegeben. Der Wasserstand nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg 1,68 Meter über dem mittleren Hochwasser (MHW). In Bremen wurde demnach bereits gegen 5.00 Uhr ein Wasserstand von 1,71 Metern über mittlerem Hochwasser erreicht.

Laut Feuerwehr gab es zunächst weder in Hamburg noch in Bremen neue sturmflutbedingte Einsätze.

apr/dpa
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