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16. Mai 2019, 16:41 Uhr

Nach Äußerung von Unternehmenserbin

Bahlsen will Geschichte seiner Zwangsarbeiter aufarbeiten

NS-Zwangsarbeiter seien von Bahlsen "gut behandelt" worden, sagte Firmenerbin Verena Bahlsen. Nach Diskussionen über ihre Aussage will der Kekshersteller nun seine Vergangenheit wissenschaftlich untersuchen lassen.

Aus den aktuellen Diskussionen um die Behandlung seiner Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg zieht Bahlsen Konsequenzen. Der Kekshersteller will deren Rolle wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Der Göttinger Professor Manfred Grieger sei beauftragt worden, dazu ein unabhängiges Expertengremium zusammenzustellen, teilte die Gruppe in einer Erklärung mit.

Am Mittwoch hatte Unternehmenserbin Verena Bahlsen für ihre Aussagen zu Zwangsarbeitern bei dem Kekshersteller um Entschuldigung gebeten. In einer Erklärung sprach sie von unbedachten Äußerungen sowie einem Fehler.

"Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismusund seine Folgen zu verharmlosen", sagte sie demzufolge. Sie habe auch erkannt, dass sie sich intensiver mit der Historie des Unternehmens, dessen Namen sie trägt, beschäftigen müsse. "Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte; ich entschuldige mich ausdrücklich bei all denen, deren Gefühle ich verletzt habe."

Verena Bahlsen hatte der "Bild"-Zeitung gesagt: "Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt." Damit hatte sie öffentliche Entrüstung und bissige Kommentare in den sozialen Medien ausgelöst. (Lesen Sie hier einen Kommentar dazu.)

Erst vor Kurzem hatte ihr Vater Werner M. Bahlsen noch gesagt: "Die Firma darf kein Spielfeld für Unternehmerkinder sein." Die traditionsreiche Gruppe mit einem Jahresumsatz von knapp 560 Millionen Euro feiert dieses Jahr 130-jähriges Bestehen.

sen/dpa

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