Barbie-Museum in Groß Ilsede Bubblecut und Batwoman

In Groß Ilsede gibt es den Kugelwasserturm, das Löwenfest - und ein Barbie-Museum. Dort zeigt Modedesignerin Christel Stöter-Behme 1300 Exponate und Klamotten, die es so nie im Laden zu kaufen gab.

DPA

Groß Ilsede - Christel Stöter-Behme war 50, als sie ins Barbie-Universum eintauchte. Damals las sie in einem Bordmagazin im Flugzeug über eine fanatische Sammlerin der Puppen - und begann selbst eine Plastikfigur nach der anderen zu erwerben. Als Modedesignerin interessierten sie vor allem Barbies Klamotten, die Schuhe, Accessoires, das ganze Drumherum.

Heute betreibt sie mit 1300 Puppen ein eigenes Museum im niedersächsischen Groß Ilsede. Hier hat sie Barbie-Puppen aus fast sechs Jahrzehnten in Szene gesetzt, darunter Raritäten aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren, die viele Besucher sofort in ihre Kindheit zurückversetzen. Da ist das quietschgelbe Wohnmobil mit Sternchenlogo, der Bubblecut-Haarschnitt aus dem Jahr 1963, die leicht vergilbte, zottelige Haarpracht der "Totally Hair Barbie" aus den Neunzigerjahren.

Ihre Exponate hat Stöter-Behme überwiegend gebraucht erstanden oder für ihr Museum geschenkt bekommen. Viele Puppen hat sie selbst repariert und aufpoliert, für etliche neue Kleidung entworfen und genäht. Ihre eigenen Entwürfe sind auch im Museum zu sehen. Ihre Lieblingskreation: Barbie als Batwoman, ganz in Schwarz und mit Maske.

Stöter-Behme verleiht inzwischen Barbie-Puppen an andere Museen in Deutschland. Im eigenen Museum bietet sie selbst Führungen an. Die häufigste Besuchergruppe: Großmütter mit ihren Enkelinnen.

Mit dem negativen Image von Barbie als überschlanker, realitätsferner Traumfigur, die vor allem Inkarnation von Männerträumen ist, kann die Museumsleiterin nichts anfangen. Für sie ist die Puppe eine moderne Frau: "Sie ist sehr eigenständig, unverheiratet, intelligent und beruflich erfolgreich, zudem sehr modebewusst."

Mehr als eine Milliarde Modeartikel für und mit Figuren wurden seit 1959 in 150 Ländern verkauft. Damit ist Barbie die meistverkaufte Puppe der Welt. Die Verkaufszahlen sind laut Hersteller Mattel jedoch in den vergangenen zwei Jahren gesunken. Barbie hat offenbar Mühe, sich gegen die digitalen Medien im Kinderzimmer zu behaupten.

ala/dpa



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