"Battle of the Year" Die große Show der Breakdancer

Sie kommen aus Russland, Marokko oder Holland und zeigen, was sie können: Breakdancer aus aller Welt trafen sich am Wochenende zum "Battle of the Year" in Braunschweig. Es ist eine Art Weltmeisterschaft, aber den B-Boys geht es nicht allein um den Wettkampf.

Akrobatik in der Luft, imposante Drehungen auf dem Kopf und den Schultern, dazu dröhnende Musik, deren Bässe den ganzen Körper vibrieren lässt: Breakdance verlangt den Tänzern viel ab. "Powermoves", "Head Spin", "Electric Boogie" und "Ninetee" heißen einige der Elemente einer besonderen Kultur. 19 Gruppen aus aller Welt trafen sich am Samstag in Braunschweig zum "Battle of the Year", dem "Wettstreit des Jahres".

Während draußen vor der Halle Hunderte Fans auf Einlass warten, machen sich die Tänzer bereits in den Gängen warm. Sie drehen sich auf dem nackten und kalten Betonboden, springen hoch, üben Schrittkombinationen, besprechen letzte Details. Feste Regeln gibt es nicht, jede Gruppe entwickelt ihren Tanz aus der eigenen Phantasie. "Für mich ist wichtig, dass wir viel Spaß haben und eine gute Show abliefern", sagt Toby von der deutschen Gruppe "TNT Crew". Umringt von Kameraleuten und Fotografen probt das Team noch einmal den Auftritt.

Gleich daneben posieren die B-Boys der holländischen "Groove Kingz" für einen Fernsehsender. Sie sind zum ersten Mal beim Battle dabei, haben aber in Frankreich, England und den Niederlanden schon oft Shows gehabt. "Wir haben die Energie, wir wollen gewinnen", sagt Blade, 28.

Marokko vertritt zum ersten Mal Afrika

Die Klamottenstände sind umlagert, die Besucher drängen sich vor T-Shirts und Mützen aller Art. Ein Basecap oder eine Strickmütze gehören zum Styling. Adin aus Düsseldorf kommt mit seinen Kumpels schon seit sechs Jahren zum Battle. Besonders interessiert ihn die deutsche Gruppe: "Wir trainieren mit TNT, ich bin gespannt, wie die Show wird", sagt Adin.

Kurz vor dem Wettkampf schauen sich die Tänzer von "La Halla King Zoo" aus Marokko die Bühne an. "Wir fühlen uns heute zum ersten Mal wie richtige Künstler", sagt Anass stolz. Nie zuvor war ein afrikanisches Land beim Battle dabei - deshalb freuen sich die B-Boys, Marokko zu präsentieren.

Eine Jury bewertet, wie originell die einzelnen Figuren sind und wie gut Choreographie und Musik zusammenpassen. Doch ebenso zählt in Braunschweig, dass "die Teilnehmer sich kennenlernen und austauschen, genau das ist uns wichtig", sagt Mario Roth, Sprecher der Veranstaltung. Deshalb seien die Teams auch fast alle zusammen untergebracht.

Die rund 8000 Zuschauer feiern die Tänzer auf der Bühne. Eine Gage erhalten die Teilnehmer nicht, auch das Preisgeld ist mit 2500 Euro eher gering. Den Battle 2008 gewinnt die Crew "Top 9" aus Russland. Doch entscheidend ist für die B-Boys das Miteinander. Egal, wie eng es auf den Gängen in der Halle ist, Platz zum Breakdance gibt es für alle.

Martina Steffen, dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.