Bayern Bär im Kreis Garmisch-Partenkirchen gesichtet

Erstmals nach dem Abschuss des Braunbären Bruno im Jahr 2006 ist wieder ein Artgenosse in Bayern aufgetaucht. Nachdem zuvor in Österreich nur Spuren gefunden wurden, gibt es jetzt auch ein Bild von dem Tier.
Bär in Bayern: Aufnahme einer Wildtierkamera aus der Nacht zum Mittwoch

Bär in Bayern: Aufnahme einer Wildtierkamera aus der Nacht zum Mittwoch

Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt/ DPA

Eine Wildtierkamera im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat zum ersten Mal seit dreizehn Jahren einen Bären in Bayern fotografiert. Das teilte das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit.

"Der Bär verhält sich nach wie vor sehr scheu und unauffällig", hieß es von der Behörde. "Bayern ist mit einem Managementplan auf diese Situation vorbereitet." Bereits im Juni war ein Braunbär im österreichischen Tirol aufgetaucht. Es sei möglich, dass es sich um dasselbe Tier handele und das aktuelle Foto die Wanderbewegungen des Tieres dokumentiere.

Laut LfU gibt es in Bayern aktuell keine Bären. Die nächste Population befindet sich im italienischen Trentino, etwa 120 Kilometer entfernt. Dort leben zurzeit etwa 60 Bären, mit leicht steigender Tendenz. Weitere Tiere kommen demnach im Dreiländereck von Slowenien, Italien und Österreich vor.

Braunbär Bruno war im Sommer 2006 der erste Bär, der nach 170 Jahren seine Tatzen nachweislich auf bayerischen Boden setzte. Wochenlang hatten die Behörden damals versucht, den streng geschützten Bären zu fangen, der Schafe riss, Bienenstöcke plünderte und sogar durch Ortschaften marschierte.

Im Juni wurde das als "Problembär" bezeichnete Tier schließlich im oberbayerischen Rotwandgebiet abgeschossen. Heute steht Bruno ausgestopft im Münchner Museum "Mensch und Natur" in Schloss Nymphenburg.

Vom Landesamt hieß es, Bären seien von Natur aus vorsichtig und würden dem Menschen in der Regel ausweichen. Dennoch könne es vorkommen, dass sich Bären bei Begegnungen neugierig verhielten. Wer einem Bären begegne, solle sich ruhig verhalten und auf Abstand gehen.

fek/dpa
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