Strandkörper-Kampagne Model reklamiert Fotomanipulation

Eine Kampagne in Spanien für Body-Positivity am Strand war gut gemeint. Doch nun gibt es Ärger. Wurde eine Prothese per Bildbearbeitung entfernt?

Zwei Models kritisieren eine Kampagne des spanischen Gleichstellungsministeriums, weil dafür offenbar ihre Fotos ohne Einwilligung benutzt wurden. In einem Fall wurde ein Bild des britischen Models Sian Green-Lord wohl sogar so bearbeitet, dass statt ihrer Beinprothese ein gesundes Bein zu sehen ist.

Das ist deshalb besonders heikel, weil die Kampagne mit dem Slogan »Der Sommer gehört auch uns« eigentlich zum Ziel hat, gegen Diskriminierung und für eine positive Einstellung gegenüber jeglicher Körperform einzutreten. »Alle Körper sind Strandkörper«, twitterte Ione Belarra, Ministerin für soziale Rechte zum Start der Kampagne am Mittwoch. Ángela Rodríguez, Staatssekretärin für Gleichstellung, erklärte, dass Frauen davon ausgehen müssten, Hass auf sich zu ziehen, wenn »sie einen Körper zeigen, der nicht der Norm entspricht«.

Sian Green-Lord ist auf dem Kampagnenfoto unten links abgebildet. Auf ihrem Instagram-Konto  findet sich ein nahezu identisches Bild, allerdings ist ihr Bikini darauf weiß und ohne Muster. Vor allem ist ihre Beinprothese, mit der sie seit einem Unfall lebt und die sie auch auf ihrem Instagram-Konto ihren knapp 17.000 Followern regelmäßig zeigt, klar zu erkennen.

In einem Video auf ihrem Konto betonte Lord, dass das Bild ohne ihre Zustimmung genutzt worden sei. Es sei absolut falsch, »ihren Körper zu editieren«, so Lord. Später fügte sie hinzu, dass sie die spanische Regierung für den Vorfall zur Verantwortung ziehen wolle.

Zuvor hatte bereits das britische Model Nyome Nicholas-Williams kritisiert, dass ihr Bild auch ohne Absprache für die Kampagne verwendet wurde. Sie habe nichts davon gewusst, bis ein Instagram-Follower ihr eine Nachricht über das Poster geschickt habe, sagte sie der Zeitung »The Guardian« .

Die Designerin der Kampagne, Arte Mapache, entschuldigte sich daraufhin am Freitag auf Twitter für die »berechtigte Kritik« . Sie werde ihre Einnahmen an die Models weitergeben. Die Vorwürfe der Bildmanipulation wurden erst danach weitgehender bekannt.

Das spanische Gleichstellungsministerium bedankte sich über einen Tweet bei der Designerin, dass sie einen Fehler eingeräumt und den Betroffenen zugehört hatte. Gegenüber dem »Guardian« hieß es vom Ministerium, dass die Vorwürfe bekannt seien und man mit der Designerin dazu im Austausch stehe.

hpp
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