Belgische Stadt Arlon Muslime spenden für Renovierung der Synagoge

Eines der ältesten jüdischen Gotteshäuser Belgiens muss dringend renoviert werden - und das kostet Hunderttausende Euro. Jetzt bekam die Gemeinde in der Stadt Arlon Hilfe von unerwarteter Stelle.


Schon seit vergangenem August ist die Synagoge in der südbelgischen Stadt Arlon geschlossen, Grund ist unter anderem ein Schwammbefall. Die jüdische Gemeinde schätzt die Kosten für die Wiederinstandsetzung auf rund 400.000 Euro - und hat jetzt unerwartete Hilfe bekommen.

Die muslimische Gemeinde beteiligte sich an den Kosten für die Renovierung. Der Generalsekretär der Vereinigung der Muslime von Arlon, Mohamed Bouezmarni, habe ihm am Vorabend einen Scheck in Höhe von 2400 Euro überreicht, sagte Rabbiner Jean-Claude Jacob. Der belgische Rundfunk RTBF veröffentlichte ein Foto von der Übergabe, auf dem Scheck ist die exakte Summe zu erkennen: 2404,95 Euro.

Ohne Wissen der jüdischen Seite hatte die muslimische Gemeinde beim Freitagsgebet Ende Februar zu Spenden aufgerufen. Diese Initiative habe bei den Behörden einiges ins Rollen gebracht, sagte Jacob.

Bouezmarni sprach davon, dass durch die Aktion "die Bande der Hilfe und Brüderlichkeit" zwischen den verschiedenen Religionen gestärkt worden sei. "Auch wenn die eingesammelte Summe im Verhältnis zu den Kosten lächerlich wirkt, hatte die dadurch ausgelöste Dynamik sehr zahlreiche positive Folgen."

Die Muslime von Arlon besitzen keine eigene Moschee, sie treffen sich in einem umgebauten Haus im Zentrum der Stadt. Die Synagoge stammt aus dem Jahr 1865 und ist eins der ältesten jüdischen Gotteshäuser Belgiens. Rabbiner Jacob sagte: "Wir sind guter Hoffnung, dass es eine umfassende Renovierung geben wird."

aar/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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thg 21.05.2015
1. In Zeiten wie diesen
eine wunderbare Geste.
Senf-Dazugeberin 21.05.2015
2. Schön
auch mal etwas positives zu lesen
milhouse_van_h. 21.05.2015
3.
es sind halt nur ein paar wenige Vollidioten auf dieser Welt, die uns erzählen wollen, dass Moslems, Juden, Christen und andere Religionen nicht friedlich und achtvoll miteinader leben können.
telos 22.05.2015
4. Stellt Euch vor ......
dass es doch eines Tages so geschehen wird, wie in der geheimen Offenbarung des Johannes in Kapitel 21 beschrieben ist. Finaler Punkt eines göttlichen Planes wie ihn Joachim von Fiore schauen durfte. Haben wir dann noch Tränen, da wir diese tagtäglich über das Elend und Leid in dieser Welt vergießen, wenn unsere Herzen noch nicht erkaltet sind? Die Menschheit rechnet nicht mehr mit Gott. Wie auch immer die Wohnung Gottes unter den Menschen aussehen mag, es ist zu hoffen, dass die Menschheit diese Chance auch annimmt. Hoffentlich ist sie klug genug, es zu tun.
Kimmerier 22.05.2015
5. Friedliches Zusammenleben der Religionen
@ milhouse_van_h. (#3): Wenn ich gerade nach Syrien oder in den Irak schaue, sind es wohl nicht nur "ein Paar wenige" Vollidioten, welche gegen ein friedliches und von gegenseitiger Achtung erfülltes Zusammenleben der Religionen sind. Der Zulauf aus nahezu allen Ländern der Welt, den der IS erlebte und immer noch erlebt, zeigt die Faszination, welche auch auf einer Teil UNSERER Mitbürger von der Idee ausgeht, dass das friedliche Zusammenleben mehrerer Religionen nach einer kurzen Zeit der miltärischen Auseinandersetzung durch das friedliche Zusammenleben unter dem Dach EINER Religion ersetzt werden könne. Wer in die Geschichte schaut wird sehen, dass "wirklich Gläubige" unterschiedlicher Religionen entweder NICHT friedlich oder nur UNTER ZWANG "friedlich" zusammenlebten, wobei dann in der Regel die Anhänger einer oder gar mehrerer Religionen sich unter die einer vorherrschenden unterordnen mußten. Heute sehen viele in der sog. westlichen Welt eben diese Welt aber nur noch durch die rosa-gefärbte Brille einer über 70jährigen Friedenszeit und einer durch weitgehende Säkularisierung geprägten demoktratischen Gesellschaft. Die Welt um uns herum sieht anders aus ...
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