Meeressäuger aus der Arktis Belugawal verirrt sich in die Seine

Erneut ist ein Wal in die Seine geschwommen. Zuletzt bewegte das Tier sich kaum noch, es befindet sich im Nordwesten Frankreichs offenbar zwischen zwei Schleusen.
Beluga auf dem Display der Drohne eines Feuerwehrmanns: Schafft es das Tier zurück ins Meer?

Beluga auf dem Display der Drohne eines Feuerwehrmanns: Schafft es das Tier zurück ins Meer?

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PASCAL ROSSIGNOL / REUTERS

Belugawale leben normalerweise in arktischen Gewässern, einer der weißen Meeressäuger ist nun in der Seine im Norden Frankreichs gesichtet worden. Aufnahmen deuteten darauf hin, dass das Tier vermutlich von seiner Gruppe getrennt wurde, wie die Behörden des zur Normandie gehörenden Departements Eure mitteilten.

Manchmal verirrten sich Belugawale in südlichere Gewässer und könnten vorübergehend in Süßwasser überleben, hieß es. Die Behörden forderten die Menschen auf, sich dem Wal nicht zu nähern, um ihn nicht zu stressen.

Rettungskräfte und Umweltexperten versuchten, den Gesundheitszustand des Wals zu beurteilen. Sie überlegen, wie sie das Tier retten könnten. Die bis zu vier Meter langen Belugawale sind vor allem vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas zu Hause.

Rettung über den Landweg ist laut Umweltschützern zu riskant

Seit Mittwoch überwachen die Einsatzkräfte das Tier mit Drohnen, am Donnerstag hatte der Wal sich jedoch kaum noch bewegt und trieb zwischen zwei Schleusen, wie Isabelle Dorliat-Pouzet vom Departement Eure sagte. Die Drohnenaufnahmen zeigten, wie der Wal langsam schwamm, seine weiße Silhouette knapp unter der Wasserlinie und zum Atmen auftauchte.

Warum sich der Wal so weit von seinem natürlichen Lebensraum entfernt hat, ist unklar. Zuletzt befand er sich auf der stark befahrenen Wasserstraße fast auf halbem Weg nach Paris, den Hafen von Rouen hatte er längst passiert.

»Die Herausforderung wird nun darin bestehen, ihn zu füttern und zu versuchen, ihn in Richtung Ozean zu begleiten«, sagte Lamya Essemlali von der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd in Frankreich. Es käme nicht infrage, den Beluga aus dem Wasser zu holen, da dies für ihn zu riskant wäre.

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Die Feuerwehr, die den Wal überwacht, teilte mit, es gehe zunächst darum den Gesundheitszustand des Wals zu beurteilen, bevor über einen möglichen Einsatz entschieden werde.

Bereits im Frühjahr hatte sich ein geschwächter Wal in Frankreich in die Seine verirrt. Der Orca schwamm wochenlang durch den Fluss, das Tier starb Ende Mai jedoch. Sämtliche Versuche, ihn zurück ins Meer zu führen, waren gescheitert. Einen Monat später wurde ein weiterer Wal, vermutlich ein zehn Meter langer Minkwal, in der Seine gesichtet.

Im September 2018 wurde ein Belugawal für einige Tage in der Themse in der Nähe von Gravesend gesichtet, was damals die südlichste Sichtung eines Belugas an der britischen Küste war.

apr/Reuters
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