Rassistische Morde Tausende erinnern in Berlin an Opfer des Anschlags in Hanau

900 Teilnehmende waren angekündigt, wohl mehr als 4000 kamen: In Berlin haben unzählige Menschen der Opfer der rassistischen Morde von Hanau gedacht – und die Behörden scharf kritisiert.
Plakate auf der Demo: »Hanau war kein Einzelfall«

Plakate auf der Demo: »Hanau war kein Einzelfall«

Foto: Christophe Gateau / dpa

Tausende Menschen haben in Berlin auf einer Demonstration an die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags im hessischen Hanau vor einem Jahr erinnert. Bis zum Nachmittag hätten sich rund 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Stadtteil Neukölln versammelt, sagte ein Polizeisprecher.

Immer mehr Menschen stießen demnach dazu. Angemeldet waren ursprünglich 900 Demonstrierende. Von Neukölln aus setzte sich der Zug nach Berlin-Kreuzberg in Bewegung.

Die Menschen hielten Schilder und Fotos mit den Namen der neun Getöteten in die Luft. »Hanau war kein Einzelfall« stand auf Plakaten. Laut Polizei blieb die Lage zunächst ruhig und entspannt. Der Zug wurde demnach von etwa 80 Einsatzkräften begleitet.

Ein 43-jähriger Mann hatte am Abend des 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven an mehreren Orten in der Stadt im Rhein-Main-Gebiet erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und anschließend sich selbst tötete. Zuvor hatte er rassistische Pamphlete und Videos mit Verschwörungserzählungen im Internet veröffentlicht. Die »Initiative 19. Februar Hanau« sieht ein »Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat«.

mxw/dpa
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