Blackout in Berlin Stromausfall in Köpenick dauerte 30 Stunden

Zehntausende Berliner saßen im Dunkeln: Mehr als 30 Stunden blieben im Südosten der Hauptstadt ganze Straßenzüge ohne Strom, Heizung und Licht. Schuld waren offenbar Bauarbeiten.

Innenstadtbereich von Köpenick
DPA

Innenstadtbereich von Köpenick


Nach einem mehr als 30-stündigen Stromausfall ist Berlin-Köpenick seit Mittwochabend wieder komplett am Netz. Das sagte Olaf Weidner von Stromnetz Berlin. Seit kurz nach 21.20 Uhr seien alle betroffenen Haushalte und Betriebe wieder am Netz, sagte er.

Am Dienstag war die Stromversorgung in großen Teilen des Stadtteils zusammengebrochen, nachdem bei Bauarbeiten zwei Hochspannungskabel durchtrennt worden waren. Mehr als 30.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe waren seitdem vom Stromnetz abgeschnitten. Viele Wohnungen blieben dunkel und kalt. Der Bezirk Treptow-Köpenick zählt insgesamt 134.600 Haushalte mit rund 265.000 Bewohnern.

Großeinsatz der Feuerwehr

Weil auch das Telefonnetz betroffen sein konnte, wurden Bürger aufgerufen, sich in Notfällen direkt an die nächstgelegene Feuerwache oder Polizeidienststelle zu wenden. Die Behörden richteten zudem Anlaufstellen für Anwohner ein. In einem Gymnasium wurden Betroffene mit warmen Getränken und Essen versorgt.

Der Stromausfall löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) aus. Aus dem Krankenhaus Köpenick wurden 23 Patienten in andere Einrichtungen notverlegt, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit mitteilte. Die Stromversorgung im Krankenhaus konnte mithilfe des THW wiederhergestellt werden.

tin/dpa/AFP



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Europa! 21.02.2019
1. Kleine Ergänzung
"Bauarbeiten" ist eine Verharmlosung. Vor vier Wochen musste der Bezirk von einem Tag auf den anderen bekanntgeben, dass die Allende-Brücke, eine der wichtigsten Brücken über die Spree, für Monate vollständig gesperrt werden muss, weil sie einzustürzen droht. Mit der bekannten Berliner Saumseligkeit begannen die "Bauarbeiten", die gestern um drei Uhr nachmittags zum Totalabsturz der Stromversorgung geführt haben. Die Supermärkte mussten schließen, die Garagentore blockierten, die Ampeln und die Straßenbahn fielen aus, die Telefone und Tiefkühlschränke versagten genauso wie die Pumpen und Steuerungen der Heizungsanlagen und die Sendemasten für Smartphones. Nur das Krankenhaus und die Polizei hatten die Notstromaggregate eingeschaltet. Die Feuerwehr empfahl (wie sich heute herausgestellt hat), man solle sich über Funk und Fernsehen informieren (als ob die eine eigene Stromleitung hätten). Informationen konnte man nur von Freunden in anderen Stadtteilen erhalten. Nun ja, dafür sind wir jetzt berühmt. Und nach den nächsten Wahlen werden wir noch berühmter!
Thomas Schröter 21.02.2019
2. Voreilige Schuldzuweisungen
Die sehr zügige Schuldzuweisung an den schweizer Bohrsubunternehmer durch den Sprecher des Versorgers halte ich für zumindest mutig. Wenn die Tiefenangaben in den Plänen dank z.B. eines Tippfehlers oder einer späteren Korrektur oder Änderung an der Baustelle fehlerhaft waren, dann trifft das Bohrunternehmen wohl eher keine Schuld. Auch könnte es aus irgendeinem Grund (z.B. ein Stein, oder sonstige feste Installation) zu einer leichten vertikalen Drifft gekommen sein. Bei der Querbohrung Versorgungsleitungen nicht zu treffen ist leider in so einem Falle weniger wahrscheinlich. So eine Bohrung quer durch eine Trasse ist fast immer Mist (z.B. Tunnel durch Bahndamm in Raststatt). Kabelkillen beim Strassenbau ist sowieso ein beliebtes "Hobby" bzw. oft nur schwer zu vermeiden. (Einschlägige eigene Erfahrung) Sollte das mit den nichteingeholten Plänen eine Schutzbehauptung gewesen sein könnte es für den Sprecher des Versorgers nochmal richtig teuer werden.
isikat 21.02.2019
3. Heizung
Kalt blieben mit Sicherheit alle Wohnungen mit Zentralheizung, denn ohne Strom funktioniert diese nicht. Nur Wohnungen mit Kamin oder Kaminöfen hatten da Glück. Die betroffenen Bewohner sind jetzt bestimmt gut ausgeschlafen und freuen sich auf eine warme Mahlzeit. Wie gut für sie, dass das Wetter nun so mild war und es keine heftigen Minustemperaturen gab wie sonst um diese Zeit üblich. Trotzdem schlimm genug, denn Frieren über einen so langen Zeitraum ist schlimmer als Hungern.
ein-berliner 21.02.2019
4. Glückwunsch
Nichts gegen die armen Jungs die die eingetretene Misere ausbaden mussten und dann gute Arbeit geleistet haben. Hier zeigt sich wieder einmal das absolute Versagen der Berliner Verwaltung. Es gibt scheinbar kein Baumanagement für den Tiefbau in Berlin. So kann jeder Hänsel der sich berufen fühlt im öffentlichen Straßenland ungehindert und absolut unreglementiert schalten und walten wie es ihm gefällt. Wo ist das Tiefbauamt des Senates bei der Massnahmen angemeldet, geprüft und koordiniert und im Zweifel bei Aufträgen wie in diesem konkreten Fall auch direkt überwacht werden? Es kann doch nicht sein das eine hergelaufende Firma im öffentlichen Raum so ungeprüft agieren kann.
ManRai 21.02.2019
5. In so einem verschuldeten Schaden
wer zahlt fuer verdorbene Ware, Essen etc in Privathaushalten, Restaurants, Geschäften - stelle mir da ne Menge Kosten vor
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