Zwangspause wegen Corona-Pandemie Sexarbeit in Berlin wird schrittweise wieder erlaubt

Monatelang durften Prostituierte in der Hauptstadt wegen der Coronavirus-Pandemie nicht arbeiten. Nun hat der Berliner Senat Lockerungen auf den Weg gebracht - Sex bleibt vorerst jedoch tabu.

Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin nach einer Entscheidung des Senats schrittweise wieder erlaubt. Demnach dürfen sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab dem 8. August wieder angeboten werden. Das betrifft etwa Domina-Studios.

Ab 1. September sollen dann unter strengen Hygieneauflagen auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr wieder zulässig sein, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit. Bislang waren sexuelle Dienstleistungen mit Körperkontakt wegen der hohen Corona-Infektionsgefahr bundesweit verboten.

Im Hinblick auf die "häufig sehr prekäre Situation" von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern seien Lockerungen in dem Bereich "aus gesundheits-, aber auch aus frauenpolitischer Sicht" geboten, hieß es. Es bestehe die Gefahr, "dass die Betroffenen aufgrund wirtschaftlicher Notlagen in Abhängigkeitsverhältnisse geraten und im Verborgenen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen." 

DER SPIEGEL

Hunderte Prostituierte hatten zuletzt auf der Hamburger Reeperbahn die Wiedereröffnung der Bordelle gefordert und ihrem Unmut Luft gemacht. Auch im Hamburger Rotlichtviertel sind Bordelle und Amüsierlokale wegen der Corona-Pandemie seit mehr als drei Monaten geschlossen. Ärger gab es auch deswegen, weil erotische und sexuelle Dienste in vielen Nachbarländern bereits wieder erlaubt sind.

Bundesweit gingen dem Statistischen Bundesamt zufolge im vergangenen Jahr über 40.000 Menschen der Prostitution nach. Nur etwa ein Fünftel aller gemeldeten Prostituierten besitzt demnach die deutsche Staatsbürgerschaft. 35 Prozent der gemeldeten Prostituierten kamen aus Rumänien, elf Prozent aus Bulgarien und acht Prozent aus Ungarn.

fek/dpa/AFP
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