Staatsanwalt über SUV-Unfall "Es gibt keine Hinweise auf einen technischen Defekt"

Vier Menschen starben bei einem SUV-Unfall in Berlin-Mitte. Die Staatsanwaltschaft hat technische Probleme als Ursache nun ausgeschlossen.

Bei dem tödlichen Unfall in Berlin-Mitte starben am 6. September vier Menschen, darunter ein Kleinkind
Michele Tantussi/Getty Images

Bei dem tödlichen Unfall in Berlin-Mitte starben am 6. September vier Menschen, darunter ein Kleinkind


Nach dem tödlichen SUV-Unfall in Berlin hat die Staatsanwaltschaft einen technischen Defekt ausgeschlossen. "Es gibt keine Hinweise auf einen technischen Defekt", sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Am 6. September war das Auto des 42-jährigen Fahrers an einer Kreuzung in der Berliner Innenstadt über die Gegenfahrbahn hinweg von der Straße abgekommen. Der SUV rammte eine Ampel, überfuhr vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den vier Todesopfern war auch ein dreijähriger Junge. Gegen den Fahrer wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die Beifahrerin hatte laut Ermittlern direkt nach dem Unfall von einem epileptischen Anfall gesprochen. Der Anwalt des 42-Jährigen habe in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft auf eine "akute gesundheitliche Notlage" hingewiesen, sagte Steltner. Ob es sich um Krämpfe oder einen epileptischen Anfall gehandelt haben könnte, sagte er nicht.

An die Patientenakte des Fahrers kommen die Ermittler nicht heran, weil ein sogenanntes Beschlagnahmeverbot wegen der ärztlichen Schweigepflicht gilt. Der Fahrer könnte die Akte freigeben, bisher hat er das aber nicht getan. Die Befragung von Zeugen und die Auswertung des Bordcomputers dauern laut Staatsanwaltschaft an.

Steltner sagte, die Frage sei, ob gesundheitliche Probleme oder eine Grunderkrankung vorhersehbar gewesen seien. Dann wäre der Unfall von strafrechtlicher Relevanz. "Wenn vorhersehbar ist, dass jemand beispielsweise Krampfanfälle bekommt, sollte er nicht Auto fahren."

Am Freitag hatte die Polizei die Wohnung des Fahrers durchsucht und Beweismittel sichergestellt.

cmb

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