Berliner Eisbärenbaby Als Marke ist Knut Millionen wert

Die Prognose für den Marktwert des weltberühmten Eisbärenbabys ist denkbar ungünstig: "Wenn Knut groß ist, wird er unsexy", prophezeien Experten. Der Berliner Zoo will seinen süßen Nachwuchs deshalb als Marke schützen lassen.

Berlin - Knut ist nicht nur hinreißend süß, der wohl weltweit bekannteste Eisbär hat nach Expertenmeinung auch das Zeug zu einer millionenschweren Marke. "Knut ist als Merchandising-Figur und Werbeträger mehrere Millionen Euro wert", sagte Bernd Michael, Markenexperte der Werbeagentur Grey, der "Welt am Sonntag". Der Berliner Zoo müsse sich aber beeilen. "Wenn Knut groß ist, wird er unsexy."

Etwas anderer Meinung ist Björn Sander, Markenexperte der Unternehmensberatung BBDO Consulting: "Im Moment ist Knut ein kurzfristiger Hype, bei einem professionellen Markenmanagement kann er auch längerfristig erfolgreich sein." Den potentiellen Marktwert beziffert Sander auf 7 bis 13 Millionen Euro.

Schon jetzt gibt es CDs, Plüschtiere, Klingeltöne und Gummibärchen, die mit Knut werben. Der Berliner Zoo will sich die Marke Knut schützen lassen. "Wir werden gegen die Markenpiraterie vorgehen", sagte der kaufmännische Direktor des Zoos, Gerald Uhlich, dem Blatt.

Außerdem bekunden immer mehr Zoos Interesse, den Eisbären zur Zeugung von Nachwuchs einzusetzen. Der neue Erlebniszoo "Zoom" in Gelsenkirchen will Knut mit seiner zweijährigen Eisbärendame Lara zusammenbringen, wie seine Sprecherin Sabine Haas dem "Tagesspiegel am Sonntag" sagte. "Lara würde sich bestimmt sehr über seine Gesellschaft freuen." Konkrete Gespräche mit dem Berliner Zoo hätten aber noch nicht stattgefunden. In den letzten Tagen waren bereits Zoos aus der ganzen Welt, unter anderem aus Skandinavien und Nordamerika, mit ähnlichen Wünschen in Berlin vorstellig geworden.

Knut wurde am 5. Dezember 2006 im Zoo Berlin geboren. Nachdem er die erste kritische Zeit im Brutkasten überstanden hatte, entwickelte er sich prächtig. Geholfen wird ihm dabei von Tierpfleger Thomas Dörflein, der den inzwischen zum internationalen Publikumsliebling gewordenen Bären umsorgt, pflegt und fördert.

hoc/AP/ddp