Katholische Kirche Bistum Limburg legt 900-Millionen-Bilanz vor

Mit diesem Schritt soll Vertrauen zurückgewonnen werden: Das Bistum Limburg hat seine finanzielle Situation offengelegt. Demnach standen im vergangenen Jahr 191 Millionen Euro Kirchensteuern zur Verfügung.
Limburger Bischofssitz: Bilanz vorgestellt

Limburger Bischofssitz: Bilanz vorgestellt

Foto: Thomas Frey/ dpa

Limburg - Nach dem Finanzskandal um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst hat das Bistum Limburg sein Vermögen offengelegt. Die Bilanzsumme beträgt rund 909 Millionen Euro, wie die Diözese mitteilte. Mit 811 Millionen sei der größte Teil im Anlagevermögen gebunden, sagte Finanzdezernent Gordon Sobbeck laut Mitteilung. Dazu zählten unter anderem meist kirchlich genutzte Immobilien, Beteiligungen oder Fondsanteile.

Dem Vermögen stehen Verpflichtungen und Vorsorgepositionen gegenüber. So gibt es laut Sobbeck etwa einen Versorgungsfonds zur Sicherung der Altersversorgungsansprüche von Geistlichen, Beamten und Pfarrhaushälterinnen in Höhe von rund 204 Millionen Euro.

Die Diözese veröffentlichte die Vermögenswerte und Verpflichtungen nicht nur für das Bistum, sondern auch für das Domkapitel, den Bischöflichen Stuhl und eine Schulstiftung. Die vorläufige Bilanz des Bischöflichen Stuhls weist rund 92 Millionen Euro aus, das Domkapitel kommt auf 4,4 und die Schulstiftung auf 31 Millionen Euro (eine ausführliche Mitteilung des Bistums finden Sie hier ).

Die Affäre um den mittlerweile abberufenen Tebartz-van Elst und die Kostenexplosion am neuen Bischofssitz hatte im vergangenen Jahr die Diözese und die katholische Kirche in Deutschland in eine Krise gestürzt (Mehr zu Tebartz-van Elst lesen Sie hier).

Mit der Offenlegung des Vermögens will das Bistum Limburg nun Vertrauen zurückgewinnen. "Das wichtigste Kapital der Kirche ist das Vertrauen der Menschen", sagte der ständige Vertreter des apostolischen Administrators, Wolfgang Rösch. Das Vermögen werde zum ersten Mal in diesem Umfang dargestellt.

Sobbeck betonte, dass sich die Zahl der Katholiken tendenziell verringere und damit das Kirchensteueraufkommen langfristig sinken werde. Nur durch sparsame Haushaltswirtschaft und konsequente Vorsorge könne sich das Bistum der Zukunft verantwortungsvoll stellen. Im vergangenen Jahr standen dem Bistum nach eigenen Angaben Kirchensteuern von rund 191 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sei mit 109 Millionen Euro mehr als die Hälfte in die Seelsorge der Pfarreien geflossen.

hut/dpa/AFP
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