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Indien: 600 Millionen Inder ohne Strom

Foto: PARIVARTAN SHARMA/ REUTERS

Mega-Blackout Stromausfall in halb Indien

Es ist der größte Blackout seit mehr als zehn Jahren: Erst brach die Stromversorgung im Norden Indiens zusammen, jetzt gibt es auch im Osten keine Elektrizität mehr. Betroffen sind 600 Millionen Menschen, U-Bahnen stehen still, Schüler lernen im Dunkeln.

Hamburg - Verkehrsampeln und Klimaanlagen fallen aus, Züge und U-Bahnen bleiben stehen, Krankenhäuser, Geschäfte und Büros müssen Notfallgeneratoren anstellen: Einen Tag nach dem gigantischen Blackout im Norden Indiens ist nun zusätzlich im Osten und Nordosten der Strom ausgefallen. Damit ist etwa die Hälfte des Landes ohne Elektrizität - betroffen sind rund 600 Millionen Menschen. Auch in der Hauptstadt Neu-Delhi gibt es keinen Strom.

Die Nachrichtenagentur IANS meldete, mehrere hunderttausend Menschen steckten in Fernverkehrszügen fest. Der internationale Flughafen wurde ebenfalls von Generatoren versorgt. Energieminister Sushil Kumar Shinde verbreitet dennoch Optimismus: Die Versorgung werde im Laufe des Dienstags wieder hergestellt, sagte er.

Schon am Montag hatte der Mega-Blackout im Norden des Landes das öffentliche Leben in insgesamt neun Bundesstaaten stundenlang lahmgelegt. Experten sprachen von der größten Panne seit elf Jahren. Als Notmaßnahme wurden Netze im Westen und Osten des Landes angezapft.

Nach Angaben des Energieversorgers PSOC war das Stromnetz vermutlich überlastet, weil einige Bundesstaaten mehr Strom abgerufen hatten, als ihnen zustand. "Alle ziehen zu viel aus dem Netz. Ich habe mich mit Vertretern der regionalen Energieversorger getroffen und angeordnet, dass jene bestraft werden sollen, die ihren Anteil überzogen haben", sagte Energieminister Shinde. "Ihre Zuteilung könnte gekürzt worden."

In den heißen Sommermonaten steigt der Energieverbrauch in Indien erheblich. Ausfälle sind wegen Engpässen in der Versorgung und dem veralteten Leitungsnetz keine Seltenheit. Bislang ist es der Regierung nicht gelungen, das Stromangebot der steigenden Nachfrage anzupassen.

aar/Reuters/dapd/AP/dpa
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