Hundert Schwimmer krank Fäkalienverdacht am Bodensee - Badeverbot verhängt

Die Schwimmer klagten über Durchfall und Erbrechen: In Friedrichshafen hat offenbar ein verstopfter Kanal das Wasser des Bodensees verunreinigt. Badestellen wurden gesperrt.
Liegewiese in Friedrichshafen am Bodensee: Menschen dürfen an mehreren Uferabschnitten nicht mehr baden

Liegewiese in Friedrichshafen am Bodensee: Menschen dürfen an mehreren Uferabschnitten nicht mehr baden

Foto: Felix Kästle/ DPA

Feuerwehrleute forderten Menschen auf, das Wasser zu verlassen: In Friedrichshafen am Bodensee haben die Behörden für mehrere Uferabschnitte ein Badeverbot verhängt. Womöglich durch einen verstopften Mischwasserkanal seien Abwässer statt ins Klärwerk in den See gelangt, teilte die Stadt Friedrichshafen mit .

Mindestens hundert Menschen hätten nach dem Baden über Durchfall und Erbrechen geklagt. Die Stadt überprüfte daraufhin die Gegebenheiten vor Ort: "Aus dem Buchenbach floss zu diesem Zeitpunkt dunkles, schlecht riechendes Wasser in den Bodensee ", sagte Hans-Jörg Schraitle, der Leiter des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung.

Nun werden Wasserproben untersucht. Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse dazu, um welche Erreger es sich handele, heißt es. Experten gehen der Stadt zufolge davon aus, dass das Wasser durch Kanalisationswasser mit Bakterien oder Viren belastet ist. Hinweise auf andere gesundheits- oder umweltgefährdende Stoffe gebe es aktuell nicht. Bei einer Routinekontrolle am Montag seien E.coli-Bakterien festgestellt worden, deren Konzentration aber unterhalb der Grenzwerte der EU-Badegewässerverordnung gelegen habe.

Der verstopfte Kanal wurde gereinigt, die Abwässer könnten also wieder über den Kanal in das Klärwerk fließen. Außerdem habe die Feuerwehr dem Buchenbach Frischwasser zugeführt. Das Badeverbot im Bereich des Freizeitgeländes Manzell bis zur Brunnisach-Mündung im Hafen von Fischbach gilt zunächst bis Montag.

apr/bbr