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Bogida-Initiatorin Dittmer "Es ist unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat"

Melanie Dittmer ist Initiatorin der anti-islamischen Bogida-Demonstrationen in Bonn. Die 36-Jährige hat eine bewegte Nazi-Vergangenheit, die sie offensichtlich immer noch nicht losgeworden ist.
Von Roman Lehberger und Hendrik Vöhringer

Bonn - Melanie Dittmer wird wohl auch am morgigen Montag wieder auf die Straße gehen. Dann trifft sie sich in Bonn mit Hunderten Aktivisten der islamfeindlichen Gruppierung "Bogida" (Bonn gegen die Islamisierung des Abendlandes) zu einem abendlichen Spaziergang. Zur Unterstützung wird der ehemalige FAZ-Redakteur und Buchautor Udo Ulfkotte als Redner erwartet. Dann müssen sich Muslime, Asylbewerber und die Medien wieder auf einiges gefasst machen.

Melanie Dittmer ist die Anmelderin des Protestumzuges und hat es beim ersten Treffen am vergangenen Montag geschafft, immerhin dreihundert Demonstranten zu versammeln. Was offenbar nur wenige von ihnen wissen: Die 36-Jährige hat eine stramme Neonazi-Vergangenheit hinter sich. So saß sie etwa im NRW-Landesvorstand der rechten Nachwuchsorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN). Außerdem wirkte sie redaktionell in den Neonazi-Postillen "Ruhrstürmer" und "Schwarze Fahne" mit. "Gestern war gestern und heute ist heute", sagt sie jetzt in einem Interview mit SPIEGEL TV. "Ich schäme mich nicht für meine Vergangenheit."

Doch dass sie Probleme hat, sich von der braunen Gesinnung zu distanzieren, zeigt ihre Einstellung zum Massenmord an den Juden während der Nazidiktatur. "Für mich ist es völlig unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat. Das ist 70 Jahre her!", argumentiert Dittmer, "fragen Sie die Franzosen nach Napoleon? Oder Russland nach Stalin?"

SPIEGEL TV hatte Dittmer bereits 1996 porträtiert. Die damals 18-Jährige zählte zu den wenigen Frauen, die in der Nazi-Szene von NRW Einfluss hatten. Die Demokratie wollte sie damals abschaffen. Dittmers Ziel war ein sogenannter "Nationaler Volksstaat". "Es wird dann auf jeden Fall Arbeitslager für Mörder, Dealer und Volksschädlinge geben." Dazu zählte sie auch oppositionelle Politiker. Heute ist Dittmer in der rechten Partei "ProNRW" aktiv.

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