Feuerkatastrophe im Ruhrgebiet Ganzer Wohnkomplex in Essen ausgebrannt

Nahe der Essener Innenstadt hat ein Feuer einen Wohnkomplex zerstört. Der komplette Block mit Dutzenden Wohnungen brannte aus. Es gibt mindestens drei Verletzte, rund hundert Menschen mussten gerettet werden.
Ausgebrannter Wohnblock: Die Feuerwehr spricht von einer völlig unbekannten Größenordnung

Ausgebrannter Wohnblock: Die Feuerwehr spricht von einer völlig unbekannten Größenordnung

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Im Westviertel in Essen ist am frühen Montagmorgen ein kompletter Wohnkomplex in Brand geraten. Der gesamte Block mit Dutzenden Wohnungen brannte aus. Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort, umliegende Straßen sind voll gesperrt, wie die Feuerwehr Essen mitteilte.

Der Brand war nach Angaben der Feuerwehr am Vormittag noch nicht gelöscht. Innerhalb des Gebäudes soll es immer noch einzelne aufflackernde Brandnester geben. Eine Ausbreitung des Brandes auf andere umliegende Gebäude könne man mittlerweile zumindest ausschließen.

Bei dem Brand sind mindestens drei Menschen verletzt worden. Sie seien mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gekommen, teilte die Feuerwehr mit. Etwa hundert Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Das entspreche ungefähr der Zahl der dort wohnenden Menschen.

39 Wohnungen betroffen

Oberbürgermeister Thomas Kufen äußerte sich erleichtert, dass offenbar niemand ums Leben gekommen ist. Das sei »bei diesem Feuer von diesem Ausmaß nicht selbstverständlich«, sagte der CDU-Politiker. Es werde niemand vermisst. Er sei stolz auf die Hilfe der Nachbarinnen und Nachbarn und die der Feuerwehren und des Rettungsdienstes.

Der Großbrand betreffe 39 Wohnungen, teilte die Vivawest Wohnen GmbH mit. Das Unternehmen sagte den rund 100 Mietern der abgebrannten Wohnungen Unterstützung zu. »Wir sind tief betroffen und wünschen den verletzten Mietern baldige Genesung«, sagte Uwe Eichner, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Einsatzkräfte waren zuvor von etwa 50 Wohneinheiten ausgegangen.

Das Großfeuer in Essen: Notquartier in der Universität

Das Großfeuer in Essen: Notquartier in der Universität

Foto: Stephan Witte / dpa

Der Gebäudekomplex war laut Feuerwehr etwa zehn Jahre alt. »Die massive Brandausbreitung hat alle Einsatzkräfte sehr überrascht«, sagte der Sprecher. So etwas habe man noch nie erlebt. Normalerweise gebe es in modernen Gebäuden Brandsperren, sodass so etwas eigentlich nicht möglich sei. Warum es in diesem Fall dennoch habe geschehen können, müsse untersucht werden.

Alle verfügbaren Berufsfeuerwehren wurden alarmiert, inzwischen konnten die Flammen unter Kontrolle gebracht werden.

Brandursache unklar

Teilweise hatte die Feuerwehr nicht in die Wohnungen gehen können, ihr blieb nur die Flammen von außen zu löschen. Einen Brand von vergleichbaren Ausmaßen habe die Essener Feuerwehr »definitiv« noch nicht erlebt, sagte der Sprecher. Das sei eine völlig unbekannte Größenordnung.

Etwa 150 Einsatzkräfte waren vor Ort. »Das ist sehr schwierig und teilweise gefährlich für die Einsatzkräfte momentan, da in jede Wohnung reinzugehen«, sagte der Feuerwehrsprecher. Die Gebäudeteile seien aus bislang unerklärlichen Gründen nacheinander in Brand geraten.

Die Ursache für den Brand ist unklar. Man werde so schnell wie möglich Ermittlungen dazu aufnehmen, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Flammen fraßen sich durchs Gebäude

Die Flammen fraßen sich durchs Gebäude

Foto: THILO SCHMUELGEN / REUTERS

Die Bewohner des Wohnblocks fanden vorübergehend in einem nahe gelegenen Hörsaal der Universität Schutz. Auch die Stadtverwaltung sagte zu, sich jetzt um die Unterbringung der Menschen zu kümmern, die nicht wieder zurück in ihre Wohnungen können.

Oberbürgermeister Kufen sagte: »Eine Bürgerhotline ist geschaltet und ein Spendenkonto wird gerade eingerichtet, weil ich weiß, dass die Essenerinnen und Essener in dieser Situation zusammen halten und eine große Hilfsbereitschaft zeigen.« Er hatte eine Sammelstelle besucht, in der Bewohnerinnen und Bewohner betreut wurden. Dort sei die Stimmung »sehr gedrückt« gewesen.

Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte, kommt es aufgrund der Löscharbeiten zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße seien voll gesperrt. Den Angaben zufolge wurden Anwohner unter anderem über eine Warnapp informiert. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an.

Erst kürzlich hatte die »Westdeutsche Allgemeine Zeitung « über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt.

apr/dpa/Reuters