Schiffe mit russischem Öl oder Kohle Aktivisten besprühen Frachter mit Schriftzug gegen den Krieg

In Bremen haben Aktivisten ein mit russischem Öl beladenes Schiff mit der Parole »Peace – not oil« besprüht. In Hamburg kam es vergangene Woche an einem Kohlefrachter bereits zu einer ähnlichen Aktion.
»No coal no war« haben diese Aktivisten vergangene Woche auf ein Frachtschiff in Hamburg gemalt

»No coal no war« haben diese Aktivisten vergangene Woche auf ein Frachtschiff in Hamburg gemalt

Foto: Joerg Modrow / Greenpeace

In Schlauchbooten haben sich in Bremen Aktivisten einem mit Öl aus Russland beladenen Tankschiff genähert und es mit einer Anti-Kriegsparole besprüht. Das 200 Meter lange Tankschiff unter deutscher Flagge war am Montag auf der Weser unterwegs und wurde mit dem Schriftzug »Peace – not oil« versehen, wie die Bremer Polizei mitteilte . Der Öltanker konnte anschließend in den Bremer Industriehafen einlaufen.

Dort hatten sich nach Polizeiangaben weitere Demonstranten in mehreren Kleinbooten und Kajaks versammelt. Die Demonstranten zeigten Transparente, die sich gegen den russischen Angriff auf die Ukraine wandten. Die Polizei forderte die Demonstranten nach eigenen Angaben mehrfach auf, einen Versammlungsleiter zu bestimmen. Die Demonstrationsteilnehmer seien dieser Aufforderung jedoch nicht nachgekommen, die Kundgebung wurde von der Polizei aufgelöst.

Polizei lotst Tanker zu Liegeplatz

Der sonstige Schiffsverkehr sei durch die Demonstration nicht behindert worden. Der Aufenthalt von Sportbooten in Industriehäfen sei gefährlich, da jederzeit große Frachtschiffe in das Hafenbecken einfahren könnten, erklärte die Polizei weiter. Die Polizei stellte nach eigenen Angaben die Personalien mehrerer Demonstrationsteilnehmer fest und fertigte Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Der Tanker wurde unter Schutz der Polizei zu seinem Liegeplatz gebracht.

Bereits vergangene Woche hatte Greenpeace mit einer ähnlichen Aktion in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Aktivisten der Organisation versahen eigenen Angaben zufolge die Bordwand eines mit russischer Steinkohle beladenen Frachters »Grant T« mit dem Schriftzug »No Coal No War«.

Greenpeace kritisiert, dass Deutschland weiterhin große Mengen fossiler Brennstoffe aus Russland importiert, obwohl das Land unter der Führung Wladimir Putins einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. In der deutschen Politik wird seit Tagen über ein Boykott des Bezugs von Gas, Öl und Kohle aus Russland gestritten, ein schneller Stopp scheint zumindest von deutscher Seite aus nicht in Sicht .

apr/AFP
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