Bündnis »Free the Press« Aktivisten protestieren mit Mist gegen britische Medienmogule

Pferdeäpfel als Zeichen der Klüngelei: Aktivisten haben vor dem Gebäude der »Daily Mail« Mist abgeladen, um auf die enge Verbindung zwischen Medienkonzern und Politik hinzuweisen. Sie fürchten um die freie Presse.
Pferdemist vor dem »Daily Mail«-Gebäude: Organisiert von der Initiative Extinction Rebellion

Pferdemist vor dem »Daily Mail«-Gebäude: Organisiert von der Initiative Extinction Rebellion

Foto: Extinction Rebellion / dpa

Mit mehreren Tonnen Pferdemist haben Aktivistinnen und Aktivisten in London gegen britische Medienmogule und deren Verzahnung mit der Politik protestiert. »Wir haben genug von eurem Scheiß, deshalb geben wir ihn euch zurück«, twitterte das Aktionsbündnis »Free the Press« (Befreit die Presse) am Sonntag.

Die Polizei nahm insgesamt sechs Menschen fest. Sie hatten die Fäkalien vor dem Gebäude des Medienunternehmens Daily Mail and General Trust (DMGT) ausgekippt, dem etwa die Zeitung »Daily Mail« gehört. Die Demonstranten kletterten auf Baugerüste und hängten Protestbanner auf. Eine ähnliche Aktion am Gebäude des »Telegraph« verhinderte die Polizei.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Anschließend zogen Demonstranten mit Bannern und Fahnen durch die Londoner Innenstadt und am Parlament vorbei. Dabei riefen sie Parolen und zündeten Rauchtöpfe. Organisiert wurde der Protest von der Initiative Extinction Rebellion. Sie kritisiert die enge Verbindung zwischen milliardenschweren Eigentümern der britischen Verlage und der Politik und fordert ein Ende »der Medienkorruption, die aus Profitgründen die Wahrheit aus der Öffentlichkeit verdrängt«.

Viele Verlage in Großbritannien sind in der Hand einiger schwerreicher Unternehmer wie Rupert Murdoch (»The Sun«, »The Times«), Frederick Barclay (»The Daily Telegraph«), Jonathan Harmsworth (»Daily Mail«) oder Alexander Lebedew (»Evening Standard«, »The Independent«).

Bei einer weiteren Protestaktion demonstrierten am Sonntag ebenfalls in London Menschen für eine Öffnung von Diskotheken und Klubs. Die Regierung hatte diesen Schritt für den 21. Juni geplant, wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus aber um vier Wochen verschoben.

abl/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.