Hohe Temperaturen, starker Wind Buschfeuer in Australien vereinen sich zu Mega-Brand

Mehr als 600.000 Hektar Land stehen in Australien in Flammen, die Temperaturen liegen bei 44 Grad. Auch die Rauchentwicklung gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung.
Feuersbrunst in Australien: neuer Mega-Brand

Feuersbrunst in Australien: neuer Mega-Brand

Foto: Sam Mooy/ Getty Images

Die hohen Temperaturen und starker Wind machen es auch weiterhin unmöglich, die Brände in Australien zu löschen. An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zu Samstag drei Brände zu einem Mega-Brand, der eine Fläche von mehr als 600.000 Hektar umfasste - das entspricht ungefähr einem Drittel der Fläche von Rheinland-Pfalz.

In einigen der von den verheerenden Buschbränden betroffenen Gebieten erreichten die Temperaturen am Freitagabend 44 Grad, dazu wurden Windgeschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern registriert. Ab Samstag allerdings wurde eine Abkühlung erwartet.

In der Nacht zu Samstag mussten Bewohner der Stadt Wodonga wegen der Brände in Sicherheit gebracht werden. Glücklicherweise habe es keine Todesopfer und keine substanziellen materiellen Verluste gegeben, sagte die Regierungschefin von New South Wales, Gladys Berejiklian. Im Vorfeld waren Warnungen an 240.000 Menschen geschickt worden. In New South Wales waren mehr als 3500 Feuerwehrleute im Einsatz. Dort loderten am Samstagmorgen noch immer mehr als 140 Brände.

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Verheerende Buschfeuer in Australien: Angst im Feuer

Foto: @AIMS_ELISHA via REUTERS

Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Bilder der Nasa zeigen, wie der Rauch 17 Kilometer in die Atmosphäre steigt. Bisher kamen 27 Menschen ums Leben, Tausende Häuser wurden zerstört. Katastrophal sind auch die Auswirkungen auf die Natur: Laut Schätzungen könnten rund eine Milliarde Tiere getötet oder verletzt worden sein.

Noch kein Ende in Sicht

Die vergangenen Tage, in denen teils sogar ein wenig Regen fiel, hatten Feuerwehrleute genutzt, um Brandschneisen auszubauen. Bisher haben diese Gegenmaßnahmen aber angesichts der Größe und Intensität der Buschbrände nur wenig Wirkung gezeigt. Premierminister Scott Morrison hatte am Freitag gesagt: "Wir sind weit entfernt vom Ende der Krise und dieser Katastrophe."

Sowohl der Rauch als auch die Hitze bedeuten eine gesundheitliche Bedrohung für die Bevölkerung. So führten die Feuer auch in der Küstenmetropole Sydney dazu, dass die Luft voller Rauch und nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil bedrohlich schlecht war. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra trugen die Menschen Schutzmasken. Die Rauchfahne erreichte Anfang der Woche sogar das 11.000 Kilometer entfernte Chile und Argentinien.

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Man wisse, dass während solcher Ereignisse mehr Menschen in die Krankenhäuser kämen, "dass sich Beschwerden verschlimmern und dass solche Ereignisse gesundheitliche Langzeiteffekte haben können", sagte der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin. Letzteres gelte vor allem für ungeborene Kinder und Kleinkinder. Bei gesunden Erwachsenen gehe man davon aus, dass sich die Lunge nach einer akuten Rauchbelastung über die Zeit wieder regenerieren könne. Zu akuten Folgen zählten typischerweise Symptome der oberen und unteren Atemwege: "Die Schleimhäute können akut gereizt werden, weil im Rauch hohe Feinstaubkonzentrationen und giftige Gase enthalten sind", sagte Sander.

Als besonders gefährlich beurteilt der Mediziner Feinstaubpartikel mit einer Größe unter 2,5 Mikrometer: Diese könnten bis in die Lungenbläschen gelangen, womöglich auch ins Blut übertreten und langfristige Schäden hervorrufen. "Schwangeren und Menschen mit Kleinkindern würde ich empfehlen, falls möglich, sich ganz aus dem Gebiet zu entfernen", sagte Sander. Erwachsene, besonders jene mit chronischen Lungenerkrankungen, sollten am besten spezielle Atemschutzmasken tragen, die vor Feinstaub schützen.

hei/dpa
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