Nach tödlicher Messerattacke Chemnitz sagt Stadtfest für 2019 ab

Der gewaltsame Tod von Daniel Hillig in Chemnitz hat weitere Konsequenzen: Das für August geplante Stadtfest wird nicht stattfinden - weil es laut Veranstalter mit dem Verbrechen verbunden wird.

Gedenktafel für Daniel Hillig
FILIP SINGER/ EPA-EFE/ REX

Gedenktafel für Daniel Hillig


Nach der tödlichen Messerattacke auf Daniel Hillig wird es 2019 in Chemnitz kein Stadtfest geben. Die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE) sagte die für den 23. und 24. August geplante Veranstaltung ab.

"Eine Wirtschaftlichkeit sowie der imageprägende und identitätsstiftende Sinn und Zweck eines Stadtfestes" seien nicht mehr gegeben, teilte der Veranstalter auf Facebook mit. Grund für die Absage sei, dass das Stadtfest 2018 mit dem Tod des 35-Jährigen und den darauffolgenden Ereignissen verbunden worden sei - und somit "das Image dieses Festes nachhaltig negativ besetzt wurde".

Der Mann war im Vorjahr am Rande des Stadtfestes am 26. August mutmaßlich durch zwei Asylbewerber getötet worden. Das Verbrechen hatte in der Stadt fremdenfeindliche Übergriffe, rechte Demonstrationen mit zahlreichen Straftaten wie dem Zeigen des Hitlergrußes sowie Anschläge auf ausländische Restaurants ausgelöst (mehr über den Kriminalfall erfahren Sie hier ).

Seit vergangenem Montag muss sich ein tatverdächtiger Syrer unter anderem wegen Totschlags vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Ihm drohen im Fall einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft, auch eine lebenslange Freiheitsstrafe ist möglich. Er sitzt seit Ende August in Untersuchungshaft (worum es genau in dem Prozess geht, lesen Sie hier).

bbr/sen/dpa

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