Chicago Polizeichef wegen Trunkenheit und Lügen entlassen

Eigentlich wollte der Polizeichef der US-Stadt Chicago Ende des Jahres in Rente gehen. Nun ist Eddie Johnson seinen Job mit sofortiger Wirkung los: Ihm wird "eine Reihe untragbarer moralischer Verfehlungen" vorgeworfen.
Eddie Johnson in Chicago: "Völlig übertriebene Geschichte mit falschen Aussagen"

Eddie Johnson in Chicago: "Völlig übertriebene Geschichte mit falschen Aussagen"

Foto: Charles Rex Arbogast/ AP

Der Polizeichef von Chicago ist wegen Trunkenheit und anschließender Lügen seines Postens enthoben worden. Eddie Johnson sei "wegen einer Reihe untragbarer moralischer Verfehlungen" mit sofortiger Wirkung entlassen, sagte die Bürgermeisterin von Chicago, Lori Lightfood.

Johnson war seit 2016 im Amt und Vorgesetzter von etwa 13.400 Polizisten. Im Oktober wurde er kurz nach Mitternacht von Kollegen schlafend am Steuer seines Autos gefunden. Er erklärte dies zunächst damit, dass er vergessen habe, wichtige Medikamente einzunehmen. Laut Lightfoot räumte er später aber ein, ein paar Gläser Alkohol getrunken zu haben.

Johnson habe sie "absichtlich mehrfach belogen" und ihr eine "völlig übertriebene Geschichte mit falschen Aussagen" über die Ereignisse am 17. Oktober aufgetischt, sagte Lightfoot. Johnson hatte kürzlich angekündigt, Ende des Jahres in Rente zu gehen. Er sagte damals, sein Job habe sich auf seine Gesundheit, seine Familie und Freunde ausgewirkt.

Lightfoot hatte im Mai ihr Amt mit dem Versprechen angetreten, der Waffengewalt in Chicago den Kampf anzusagen. Im vergangenen Jahr gab es 578 Morde in der drittgrößten Stadt der USA.

aar/AFP