Hundefleisch-Festival Zu Tode geprügelt, vergiftet und gehäutet

Sie werden zu Tode geprügelt oder bei lebendigem Leibe gekocht: 10.000 Tiere sterben jedes Jahr qualvoll auf dem "Hundefleisch-Festival" im chinesischen Yulin. Trotz Kritik wurde es nun erneut eröffnet.
Gekochtes Hundefleisch

Gekochtes Hundefleisch

Foto: BECKY DAVIS/ AFP

In rostigen Käfigen eingesperrt warten die Hunde auf ihren Tod. Sie werden gekocht, gebraten, vergiftet oder zu Tode geprügelt und gehäutet. Rund 10.000 Tiere werden jedes Jahr beim "Hundefleisch-Festival" auf dem Markt von Yulin verkauft. Trotz der wachsenden Kritik wurde die Veranstaltung im Südosten Chinas wieder eröffnet.

Nach Angaben von Tierschützern gibt es in diesem Jahr einen Kompromiss zwischen Händlern und Behörden, wonach pro Stand nur noch zwei Hunde ausgelegt werden dürfen. Der Erfolg dieses Kompromisses hält sich Berichten zufolge allerdings in Grenzen.

Die Polizei war bei der Eröffnung am Mittwoch zwar mit einem großen Aufgebot vor Ort, kontrollierte anscheinend aber nicht. Auch Händler und Kunden zeigten wenig Verständnis für die Kritik an der jahrhundertealten Tradition. Angaben der US-Tierschutzorganisation "Humane Society International" (HSI), denen zufolge der Verkauf von Hundefleisch zurückgegangen sei, wiesen sie zurück.

"Sie verkaufen einfach nicht mehr an Leute, die sie nicht kennen", sagte Ladenbesitzer, Liu Zong, der selbst seit zehn Jahren kein Hundefleisch mehr anrührt. Er berichtet von Geschäften im Verborgenen oder nicht ausgezeichneter Ware. Ein 25-jähriger Büroangestellter glaubt nicht, dass die Regierung das Festival verbieten kann. "Es ist nun mal Tradition."

Diese Tradition geht zurück bis in die Jahrhunderte der Ming-Dynastie. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua glauben die Menschen, der Verzehr von Hundefleisch gebe ihnen besondere Kraft. Hundefleisch gilt allerdings nur in einigen Landesteilen als Delikatesse. Laut Umfragen haben weniger als 20 Prozent der Chinesen überhaupt schon einmal Hundefleisch gegessen.

asz/AFP/dpa
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