Überschwemmungen und Erdrutsche Mehr als eine Million Menschen in China wegen Tropensturms »Muifa« evakuiert

Auch die Megacity Shanghai ist betroffen: Heftige Winde haben in China für eine groß angelegte Evakuierung gesorgt. Bis jetzt gibt es keine Berichte über Tote oder Verletzte.
Passanten in Shanghai: »Muifa« trifft die Metropole

Passanten in Shanghai: »Muifa« trifft die Metropole

Foto: Alex Plavevski / EPA

Der Taifun »Muifa« hat an der Ostküste Chinas rund 1,6 Millionen Menschen zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Das Unwetter brachte heftigen Wind und schwere Regenfälle mit sich. Der Staatssender CCTV berichtete, »Muifa« sei der erste Taifun seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1949, der die Metropole Shanghai heimsucht. Dort leben mehr als 25 Millionen Menschen.

In Shanghai wurden laut CCTV mindestens 426.000 Menschen evakuiert, weitere 1,2 Millionen Menschen seien in der benachbarten Provinz Zhejiang in Notunterkünfte gebracht worden. Die heftigen Regenfälle sorgten für Überschwemmungen in mehreren Gebieten im Delta des Flusses Jangtse und verursachten Verkehrsprobleme. Am Mittwoch waren wegen des herannahenden Taifuns alle Passagierflüge von und nach Shanghai gestrichen worden. Auch am Donnerstagmorgen fielen nach Angaben der Webseite »Flightradar24« noch Verbindungen aus.

Riesige Wellen und ein Erdrutsch

In der Bucht von Hangzhou südlich von Shanghai verursachte »Muifa« riesige Wellen. Der chinesische Rundfunk berichtete zudem über einen Erdrutsch im Bezirk Ninghai in der Provinz Zheijiang. Berichte über Tote oder Verletzte durch den Sturm gibt es bislang nicht.

Wegen »Muifa« wurde auch die Arbeit an den Häfen von Shanghai und Ningbo ausgesetzt, die zu den größten Containerhäfen Asiens zählen. Am Donnerstag sollte der Betrieb nach Angaben der Hafenverwaltung wieder aufgenommen werden.

Deutliche Zunahme an Tropenstürmen

»Muifa« ist bereits der zwölfte Taifun, der China in diesem Jahr trifft. Erst vergangene Woche hatte der Taifun »Hinnamnoor« in und rund um Shanghai gewütet. Der Fährverkehr in Shanghai musste deswegen ausgesetzt werden, in Teilen von Zhejiang wurden die Schulen geschlossen.

Die US-Klimabehörde NOAA hatte diesen Monat einen Bericht veröffentlicht, wonach Tropenstürme im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hatten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Stürme im Zuge des Klimawandels intensiver und häufiger werden.

lmd/AFP
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