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Impfpriorisierung Sprecher der Hamburger Sozialbehörde wettert gegen Journalisten

Als Medienvertreter bevorzugt eine Impfung erhalten konnten, warnte der Pressesprecher der Hamburger Sozialbehörde vor einer »potenziell lautstarken Klientel«. Der Deutsche Journalistenverband findet das »unfassbar«.
aus DER SPIEGEL 29/2021
Pressesprecher Martin Helfrich: »Potenziell lautstarkes Klientel«

Pressesprecher Martin Helfrich: »Potenziell lautstarkes Klientel«

Foto: Mirko Hannemann / action press

Der Pressesprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, hat Mitarbeiter des Hamburger Impfzentrums vor Journalisten gewarnt. In einer internen Mail, die dem SPIEGEL vorliegt, schrieb Helfrich am 31. Mai: Es handle sich bei Journalisten um ein »potenziell lautstarkes Klientel«, das »trotz geringer Fallzahl größeren Aufwand verursachen könnte«.

Aus: DER SPIEGEL 29/2021

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Daher wolle er ausdrücklich darauf hinweisen, welche Dokumente Medienleute vorlegen müssten, um ihre Impfberechtigung nachzuweisen. Zu dem Zeitpunkt lockerte Hamburg die Priorisierung; erstmals berechtigte der Journalistenstatus zur Impfung. Auf Anfrage teilte Helfrich mit, er kommentiere »interne Korrespondenzen grundsätzlich nicht«.

Ein Sprecher des Deutschen Journalistenverbands nannte den Vorgang »unfassbar«. Er frage sich, welches Bild die Sozialbehörde von Journalisten habe: »Berichterstatter sind weder Hooligans noch Randalierer oder Chaoten.«

sms
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