Coronapolitik in China 27 Tote bei Unglück von Quarantänebus – Wut über Null-Covid-Strategie

Der Bus kippte auf einer Autobahn um: Bei einem Unglück in Südwestchina sind 27 Menschen gestorben. Das Fahrzeug sollte Menschen in Coronaquarantäne bringen, der Ärger darüber ist im Netz nun groß.
Coronatest in der Provinz Guizhou (Symbolbild): Das Unglück löste einen Sturm der Entrüstung aus

Coronatest in der Provinz Guizhou (Symbolbild): Das Unglück löste einen Sturm der Entrüstung aus

Foto: Yang Wenbin / AP

Bei einem Busunglück auf dem Weg zu einem Corona-Quarantänezentrum sind in China 27 Menschen ums Leben gekommen. Der mit 47 Menschen besetzte Bus kippte nach Polizeiangaben in der ländlichen Provinz Guizhou im Südwesten des Landes auf einer Autobahn »auf die Seite«.

Es ist der schlimmste Verkehrsunfall seit Jahresbeginn in China. Die 20 weiteren Insassen des Busses wurden nach Polizeiangaben verletzt. Sie seien behandelt worden, Rettungskräfte waren vor Ort. Weitere Angaben machten die Sicherheitskräfte nicht.

Der Unfall ereignete sich im Bezirk Qiannan, einem von Armut geprägten, gebirgigen und entlegenen Teil Guizhous. Die Regionalregierung von Guizhou bestätigte, dass der Bus Menschen von der Provinzhauptstadt Guiyang zur Coronaquarantäne bringen sollte.

»Wir sitzen alle in diesem Bus«

Berichte und Fotos des Busses kursierten über die sozialen Medien in China – und lösten einen erneuten Sturm der Entrüstung über Chinas strenge Null-Covid-Politik aus. Wut gab es auch über zunächst angeblich fehlende Transparenz seitens der Behörden.

Anders als in den allermeisten anderen Regionen der Welt versucht China das Coronavirus immer noch mit strengen Lockdowns einzuhegen. Zuletzt hatte die Regierung den Kampf gegen die Pandemie noch verschärft – und wieder Millionen Menschen in den Lockdown geschickt.

»Wir sitzen alle in diesem Bus«, lautete nach dem Busunglück ein beliebter Kommentar in der Social-Media-App WeChat. »Wann wird das alles aufhören?«, fragte ein anderer. Der Absturz wurde am Sonntagnachmittag schnell zum Topthema auf Chinas Twitter-ähnlichem Weibo, bevor er kurz darauf aus den Top 50 der Trending Topics verschwand.

Zumindest einige weit verbreitete und wütende Blogs zu diesem Thema wurden kurz nach ihrer Veröffentlichung von WeChat gelöscht, aber einige Berichte und Kommentare blieben zunächst erhalten, doch viele der kritischeren wurden entfernt.

apr/AFP/Reuters
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