Steigende Coronainzidenz Patientenschützer warnen davor, alle Schutzmaßnahmen zu beenden

Das Robert Koch-Institut meldet wieder deutlich steigende Coronaneuinfektionen – doch ab 20. März sollen »alle tiefgreifenderen Schutzmaßnahmen« fallen. Laut Stiftung Patientenschutz ist das ein schlechter Plan.
Schnelltest, dann ab zum Karneval: In Köln stiegen die Fallzahlen nach der fünften Jahreszeit deutlich

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Foto: Henning Kaiser / dpa

Am 19. März laufen die bundesweiten Regelungen für Coronamaßnahmen aus und der Ampelpartner FDP lässt trotz der zuletzt wieder steigenden Fallzahlen keinen Zweifel daran, dass er daran auch festhalten will. Angesichts der wieder deutlich zulegenden Infektionszahlen in der Pandemie wendet sich die Stiftung Patientenschutz dagegen gegen umfassende Lockerungen der staatlichen Beschränkungen.

»Riskantes politisches Spiel mit Leid und Leben der Hochrisikogruppe«

Es dürften jetzt nicht alle Schutzmaßnahmen beendet werden, sagte Vorstand Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Bundesregierung müsse vielmehr unverzüglich sicherstellen, »dass das Infektionsgeschehen nicht ungebremst an Fahrt aufnehmen kann«. Dass die Ampelkoalition darüber streite, ob ein bundesweiter Maßnahmenkatalog überhaupt noch notwendig ist, sei ein »riskantes politisches Spiel mit Leid und Leben der Hochrisikogruppe«.

Nach einem Dreistufenplan von Bund und Ländern sollen die allermeisten Coronaeinschränkungen zum 20. März gefallen sein. Lediglich ein Basisschutz zum Beispiel mit Maskenpflichten in Innenräumen, Bussen und Bahnen und mit Tests soll weiter möglich bleiben. Dafür wird eine neue, bundesweite Rechtsgrundlage angestrebt. Wie diese genau aussehen soll, ist aber umstritten.

Brysch sagte, kurz vor Auslaufen der Regelungen solle nun unter Druck zu einer Koalitionslösung gefunden werden. »Doch bei Bürgertests, Testpflicht für medizinisch-pflegerische Einrichtungen und beim Tragen von Masken darf es keine faulen Kompromisse geben.«

RKI meldet 324 weitere Todesfälle

Die Todesraten nannte er weiterhin »besorgniserregend«. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag 324 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus, nachdem am Montag »nur« 24 neue Todesfälle verzeichnet wurden. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöht sich auf 124.450. Vor gut einem Jahr waren es phasenweise gar mehr als 800 Todesfälle täglich.

Die Zahl der Neuinfektionen gab das RKI am Dienstag mit 156.799 an. Das sind 34.688 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 122.111 positive Tests gemeldet wurden. Zudem stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nun den sechsten Tag in Folge und liegt bei 1293,6 nach 1259,2 am Vortag.

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Experten gehen von einer tatsächlich noch höheren Zahl an Fällen aus, da viele nicht mehr erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt.

Während die Zahlen in der Tendenz in manchen Bundesländern rückläufig sind, wies das RKI unter anderem für Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz zuletzt wieder steigende Werte aus. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigte sich zuletzt besorgt und sagte, man müsse mit einer »Sommerwelle« rechnen.

apr/dpa
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