Forscherin über Corona-Leugner »Zu Beginn der Pandemie hat die Politik einen großen Fehler gemacht«

In der Krise scheint sich die Spaltung der Gesellschaft zu manifestieren. Barbara Prainsack erforscht, was die Solidarität fördern kann – und wo das gegenseitige Verständnis aufhört.
Ein Interview von Lisa Duhm
»Ein Mensch, der keine Maske trägt, bringt unser Weltbild ins Wanken«, sagt Barbara Prainsack

»Ein Mensch, der keine Maske trägt, bringt unser Weltbild ins Wanken«, sagt Barbara Prainsack

Foto: Gregor Hofbauer

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Als Barbara Prainsack zu Beginn des Jahres 2020 zum ersten Mal vom Coronavirus hörte, dieser neuartigen Lungenerkrankung, ahnte sie nicht, welche Auswirkungen Covid-19 auch auf ihren beruflichen Alltag haben würde. Prainsack ist Professorin an der Universität Wien und leitet dort das Institut für Politikwissenschaften. Seit Langem forscht sie schwerpunktmäßig zu den Themen Solidarität und Gesundheitspolitik.

Vor der Pandemie sei sie dafür oft belächelt worden, nur wenige hätten verstanden, warum Gesundheit und sozialer Zusammenhalt politische Themen sind, sagt Prainsack dem SPIEGEL. Heute müsse sie das niemandem mehr erklären. Inzwischen betreut die Professorin mehrere Langzeitstudien zu der Frage, wie sich die Pandemie auf den Zusammenhalt einer Gesellschaft auswirkt.

SPIEGEL: Frau Prainsack, seit Beginn der Corona-Pandemie melden sich zahlreiche Ehrenamtliche bei Nachbarschaftshilfen und Wohltätigkeitsvereinen, die Tafeln mussten zwischenzeitlich sogar Freiwilligen absagen – zu viele wollten helfen. Hat Sie diese Welle der Solidarität überrascht?

Prainsack: Nein, eigentlich nicht. Das sind Dinge, die wir häufig beobachten. Gerade zu Beginn einer Krise rücken die Menschen enger zusammen, sie sind bereit, Geld und Zeit zu spenden und auch mühsame Dinge zu tun, um ihre Mitmenschen zu unterstützen. Im Verlauf werden die Menschen dann müder, einige solidarische Praktiken bleiben dennoch bestehen. Gleichzeitig verstärken sich die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen.

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